A g’mischte Partie – Wiens vergessene Friedhöfe

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Der ehemalige katholische Matzleinsdorfer Freidhof (10., Landgutg. 38): Skelette im dicht belegten Grab 9 | (c) Stadtarchäologie Wien

Spannende archäologische Ausstellung: noch bis zum 1. Februar 2016 kann man  in der Volkshochschule Meidling die Posterschau „Gemischte Partie“ bewundern, den 3. Teil der Ausstellungsreihe „Wiens vergessene Friedhöfe“ der Stadtarchäologie Wien.

Schon der spanische Philosoph, Soziologe und Essayist José Ortega Y Gasset meinte: „Historisches Wissen ist eine Technik ersten Ranges zur Erhaltung und Fortsetzung einer gereiften Zivilisation.“ Welche historische, sprich archäologische Schätze im Wiener Erdreich auf fachkundige Entdeckung warten und welches Wissen wir daraus ziehen können, zeigt einmal mehr das Team um Stadtarchäologie Wien-Chefin Karin Fischer-Ausserer.

A g’mischte Partie
In der aktuell laufenden Posterschau „Gemischte Partie“ in der Volkshochschule Meidling werden die Grabungsergebnisse zweier Wiener Friedhöfe gegenüber gestellt – die verschiedenen Grabgrößen, die Belegungsart der Gräber, die Gestaltung der Särge aber auch Unterschiede und Besonderheiten im Grabbeigabenspektrum. Vor allem bei den Grabbeigaben kann man deutlich Veränderung in der „Volksfrömmigkeit“ aber vor allem im technischen Fortschritt erkennen.

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Soldatenfriedhof: Wallfahrtsmedaille, Maria Zell – Gnadenbild des hl. Johannes von Nepomuk (Schutz v. übler Nachrede) | (c) Stadtarchäologie Wien

Soldatenfriedhof in der Gumpendorfer Straße
Der erste archäologische Hotspot war das ehemalige Bestattungsareal des Militärspitals in der Gumpendorfer Straße, heute im 6. Bezirk gelegen. Hier fanden zwischen 1769 und 1784 hauptsächlich Soldaten ihre letzte Ruhestätte. Die Archäologen konnten bereits 850 Quadratmeter davon wissenschaftlich auswerten.

Matzleinsdorfer Friedhof
Als zweites werden die Grabungsergebnisse und  Schaustücke aus den Gräbern des Matzleinsdorfer Friedhofes gezeigt, der im 19. Jahrhundert außerhalb des Linienwalls angelegt war – damals einer der fünf kommunalen Friedhöfe der Stadt. Gegraben wurde in der Landgutgasse 38, im 10. Wiener Gemeindebezirk. Die Besonderheit hier: die Verstorben wurden in sogenannten Schachtgräbern bestattet…

Ort: Volkshochschule Meidling
1120 Wien, Längenfeldgasse 13-15, 2. Stock
Ausstellungsdauer: 2. Oktober 2015 bis 1. Februar 2016
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr
Eintritt: frei!

Buchtipp: Der Soldatenfriedhof und weitere untersuchte Friedhöfe werden im Buch „Zur Erden bestattet. Sechs vergessene Wiener Friedhöfe“ präsentiert. („Wien Archäologisch 10“, Wien 2013. 184 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen. EUR 21,90. ISBN 978-3-85161-111-3)

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Kategorien:Archäologie, Ausstellungen, Buch-Tipp, Geschichte, Wien

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1 reply

  1. Danke für den interessanten Beitrag!

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