Das Vindobona der Kelten

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Grabung Rasumofskygasse, 1030 Wien | (c) Stadtarchäologie Wien

Spannendes gibt es von der Stadtarchäologie Wien zu berichten. Im dritten Wiener Gemeindebezirk wurden bei Grabungen in der Rasumofskygasse spätkeltische Funde entdeckt, die auf rege Handelsbeziehungen mit dem antiken Rom hinweisen. Fakt ist: hier gab es schon ein vorrömisches Vindobona!

Grubenhäuser und Gruben der spätkeltischen Siedlung um die Zeitenwende. | © Stadtarchäologie Wien

Grubenhäuser und Gruben der spätkeltischen Siedlung um die Zeitenwende. | © Stadtarchäologie Wien

Der dritte Bezirk ist seit langem archäologischer Hotspot für Forschungen über das historische Wien. Vor allem aus dem Areal Rudolfstiftung – Ungargasse – Engelsberggasse können Archäologen dem Boden immer wieder sensationelle Erkenntnisse entreißen.

Jetzt wurden in der Rasumofskygasse in antiken Siedlungsstrukturen spätkeltische Funde gemeinsam mit römischen Importwaren entdeckt. Zwischen Grubenhäusern, Brunnen, Gruben und Öfen konnten Amphoren aus dem adriatischen Raum, Schreibgeräte und Feinkeramikfunde aus dem antiken Rom, sogenannte „Schwarze Sigillata“, ausgegraben werden. Mit diesen bislang ältesten römischen Funden im Wiener Raum ist belegt, dass es schon früh rege Handelsbeziehungen mit Italien gab.

Beinerner Stilus – Schreibgerät – aus der spätkeltischen Siedlung um die Zeitenwende. | © Stadtarchäologie Wien

Beinerner Stilus – Schreibgerät – aus der spätkeltischen Siedlung um die Zeitenwende. | © Stadtarchäologie Wien

Nobles Keltenleben
Weiters wahrscheinlich, dass die Bewohner dieses Siedlungsplatzes aus der Schicht der hochgestellten keltischen Elite angehörten. Sie waren teilweise romanisiert, was durch eine eigene Münzproduktionsstätte bestätigt wird: Man fand sogenannte „Tüpfelplatten“, Tonplatten mit kleinen Vertiefungen, die zur Herstellung von Münzrohlingen dienten. Weiters gab es, belegt durch ausgegrabene Gusseisformen, eine Bernstein-, Perlen- und Bronzeverarbeitung.

Name Vindobona keltischen Ursprungs?
Auch über die Herkunft des Namens „Vindobona“ machten sich die Wissenschafter Gedanken: Es kann berechtigterweise angenommen werden, dass der antike Name unserer Bundeshauptstadt keltischen Ursprungs ist. Genau im 3. Bezirk soll das „erste“ frühe Vidnobona entstanden sein. Nach der Okkupation wurde der Name von den Römern übernommen.

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Kategorien:Archäologie, Geschichte, Rom, Wien

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  1. Mir gefallen deine archäologischen Informationen immer wieder!
    Danke!

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