Archäologie-Splitter weltweit

Rio Tambo in Peru (c) google-earth

Rio Tambo in Peru
(c) google-earth

(1) Südamerika: Unbekanntes Volk in Peru entdeckt
(2) England: Schlachtfeld von Hastings wird erforscht
(3) Kambodscha: 200 verborgene Zeichnungen am Angkor Wat

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(1) Südamerika: Unbekanntes Volk in Peru entdeckt

Rio Tambo in Peru (c) google-earth

Rio Tambo in Peru
(c) google-earth

Ein polnisch-peruanisches Archäologenteam entdeckte im Mündungsgebiet des Flusses Rio Tambo mehr als 150 Gräber eines bis dato unbekannten Volkes.

Die Menschen dürften vor rund 1.500 Jahren gelebt und an ein Leben nach dem Tod geglaubt haben, was die gefundenen Grabbeigaben bezeugen. Hochrangige Persönlichkeiten dieser Gesellschaft wurden gemeinsam mit Familienmitgliedern und Haustieren bestattet. Viele Tote wurden in Fischernetze eingewickelt zur ewigen Ruhe gebettet.

Besonderheit in der Bestattung: Die Toten wurden mit Bambusrohren beerdigt, die von ihren Ohren an die Oberfläche der Gräber führten. Die Wissenschafter vermuten, dass die Lebenden derart den Kontakt zum Reich der Toten suchten und so ihre Bitten und Gebete an Geister und Götter übermittelten.

Infos zum Rio Tambo: Der Rio Tambo gehört zum Oberlauf des Amazonas und bildet sich aus dem Zusammenlauf von Rio Perené und Rio Ene. Bei der Stadt Atalaya vereinigt sich der Fluss mit dem Rio Urubamba zum Rio Ucayali.

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(2) England: Schlachtfeld von Hastings wird erforscht

Ausschnitt des Wandteppichs von Bayeux

Ausschnitt des Wandteppichs von Bayeux

Jahr für Jahr stellen tausende Menschen auf dem Schlachtfeld von Hastings an der südenglischen Küste in Sussex die berühmte „Battle of Hastings“ nach. Die Schlacht fand am 14. Oktober 1066 statt und brachte den französischen Normannen unter Herzog Wilhelm dem Eroberer den Sieg über die Angelsachsen.

Wissenschafter Glenn Foard von der Universität von Huddersfield ist Spezialist für Schlachtfeld-Archäologie und plant im kommenden Jahr einen Großteil der obersten Erdschicht abzutragen. Ziel dieser Aktion ist es, die Rückstände, die unzählige Besuchergruppen tagtäglich hinterlassen, zu beseitigen. Erst danach geht sein Team ans Werk und möchte nach Artefakten aus dem Jahr 1066 suchen:

„Die Herausforderung besteht darin herauszufinden, welche archäologischen Überreste noch vorhanden sind, bevor alles aufgrund der vielen Aktivitäten kontaminiert wird“, so Foard zu Science Daily.

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(3) Kambodscha: 200 verborgene Zeichnungen am Angkor Wat

Angkor Wat - Fotografie aus dem Jahr 1866 von Emile Gsell (1838-1879)

Angkor Wat – Fotografie aus dem Jahr 1866 von Emile Gsell (1838-1879)

Sensationsfund in Kambodscha! Der Archäologe Noel Hidalgo Tan von der Australischen Nationaluniversität konnte gemeinsam mit einem Expertenteam der kambodschanischen Staatsagentur Apsara dem weltberühmten Tempel von Angkor Wat ein neues Geheimnis entlocken: Mithilfe digitaler Bildtechniken konnten die Forscher rund 200 bislang verborgen gebliebene Zeichnungen dem Vergessen entreißen!

Auf den Bildern sieht man Boote, Tiere und Götter. Diese Zeichnungen sind in Kambodscha einzigartig und könnten eine Art Graffito der ersten europäischen Besucher sein. Die Bilder dürften demnach erst nach dem Zusammenbruch des Khmer-Imperiums im 16. Jahrhundert entstanden sein. Damals wurde die Anlage in eine buddhistische Stätte umgebaut.

Angkor Wat ist eine Tempelanlage der Khmer, die in der Region Angkor vom 9. bis 15. Jahrhundert herrschten.

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Kategorien:Archäologie

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6 replies

  1. Unwahrscheinlich, welche Schätze diese Länder aus Süd-Amerika zu bieten haben.
    Danke für den interessanten Bericht!

  2. Der Ansicht bin auch ich.
    Als ich vor ca 15 Jahren durch den Urwald von Tikal in Guatemala unterwegs war und immer wieder links oder rechts große, von der Natur überwucherte Bergerln und Berge gesehen habe, dachte ich mir das Gleiche.
    Mehr Zeit und mehr Geld sollte man haben, um diesem wunderschönen, ausfüllenden Hobby nachgehen zu können! 🙂

  3. Ich lesen Deine Archäologie-Updates immer wieder gern. Ich bin zwar kein Profi, aber so weiß ich immer ein bisschen Bescheid was in der Grabungswelt vor sich geht. Danke, Kipet, ich bin schon auf Deinen literarischen nächsten Archäologie-Ausflug gespannt!

    • Immer wieder gern, S.A.M. Für den Sommer hab ich was ganz Besonderes geplant – ich hoffe, es klappt, will aber noch nicht allzu viel verraten… LG Kipet

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