Euthanasie

Leben. Sterben. Ein Dazwischen. Schmerzen. Qualen. Erleichterung. Medikamente. Morphium. Delirium. Körperfunktionen zerfließen. Gedanken verrinnen ins Nichts. Verantwortung. Töten. Mord?

Euthanasie ist ein Wort, das dem einen Schrecken, dem anderen Erleichterung, ein Aufatmen beschert.

Das Wort „Euthanasie“ stammt aus dem Griechischen „εὐθανασία“ – wobei „-eu“ gut, leicht, schön und „thanatos“ der Tod bedeutet. Also heißt Euthanasie wortwörtlich der „schöne Tod“.

Ist der Tod schön?
Eine Frage, die sich die Menschheit seit Anbeginn ihres Seins stellt. Der Tod als Vorstellung des natürlichen Endes des Daseins hat seinen Schrecken an sich. Man weiß nicht was danach kommt. Gibt es überhaupt ein Danach? Braucht der Mensch überhaupt ein „Danach“ – haben wir in unserem irdischen Dasein nicht schon genug erlebt und gelebt?

Wann ist das Genug genug?

Genug ist, wenn man todkrank ist.
Wenn man Schmerzen hat.
Wenn man merkt, wie man sich wegen einer tödlichen Krankheit selbst verliert – wenn das Hirn nicht mehr funktioniert, diese wunderbare Maschine in unserem Schädel, die alles Sein und Denken eines Menschen ausmacht.
Wenn die Beine nicht mehr wollen, die Arme, der Kopf.
Wenn man es ohne Schmerzmittel nicht mehr aushält.

Doch wer bestimmt dieses „Genug“?

Dieses Genug ist eine subjektive Empfinung, die objektive und menschliche Grenzen herausfordert.
Euthanasie – in wenigen Ländern unserer Erde erlaubt – passiert, wenn man einen gewissen Prozess durchlaufen hat und wenn mehrfach fest steht, Dir kann nicht mehr geholfen werden, Dein Tod wird schmerzhaft sein.

In den meisten Ländern darf der Mensch nicht über sein Ende bestimmen. Euthanasie ist verboten. Fragt sich warum, oder wem es bei dieser Entscheidung besser geht. Den Betroffenen wahrscheinlich nicht. Den Angehörigen wahrscheinlich auch nicht.

Ist Euthanasie eine Frage des Mutes?

Vielleicht. Für mich ein klares Ja.
Es bedarf Mut vom Sterbenden sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Sein Ende zu bestimmen.

Auch vom Angehörigen bedarf es einer gewaltigen Portion an Mut dem Sterbenden in dieser Situation zu unterstützen, dabei zu sein und daneben nicht zu zerbrechen. Man will stark sein für den Sterbenden. Man muss stark sein. Jemanden, den man liebt, den besten Freund im Leben, das für sich selbst wertvollste Wesen gehen zu lassen bedarf einer enormen Stärke. Es bedarf eines Aufgebens seines höchst eigenen Egoismusses, eines Stückchens seiner Selbstsucht.

Hut ab vor den Menschen, die sich zu diesem Schritt entschließen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und das Ende selbst bestimmen können.

Hut ab vor den Regierungen, die Euthanasie nach etlichen juristischen und medizinischen Stationen in ihren Ländern gestatten.

Emmy, Du großes Herz und wunderbare Frau, wir werden an Dich denken!

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Kategorien:kurz gemeldet, Medizin

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1 Antwort

  1. Danke, liebe Kipet, für diese ergreifenden und besinnlichen Worte.

    Ja, wir werden diese wundervolle, herzensgute Frau für immer in unserem Herzen tragen.

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