Helene Potetz – Sozialdemokratin

Leben und Wirken einer der herausragendsten Meidlinger Politikerinnen der 1. und 2. Republik.

Helene Potetz wurde am 3. August 1902 geboren und lebte fast ausschließlich im Wiener Bezirk Meidling. Ihre Eltern bauten – wie so viele Andere – am Rosenhügel mit ihren eigenen Händen ein Siedlungshaus. Sie war also ein echtes „Rosenhügler Siedlungskind“.

Helene Potetz / (c) http://www.dasrotewien.at

Im Visier der GESTAPO
1919, schon in frühen Jahren, schloss sich  Potetz der Sozialdemokratie an und war in der Bildungszentrale der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei tätig. Allerdings nur bis 1934. Damals wurde sie zum ersten Mal verhaftet, als man sie mit einer  illegale AZ (=Arbeiterzeitung) in ihrem Schuh aufgriff, für deren Vertrieb sie sorgte. Potetz wurde für 30 Tage in den Arrest gesteckt. Ab dieser Zeit stand sie unter ständiger Beobachtung.

1937 wurde Helene Potetz abermals verhaftet und ab dem Jahr 1938 wurde jeder ihrer Schritte genauestens beobachtet. 1939 wurde sie von der GESTAPO neuerlich aufgegriffen und zu zwei Jahren Zuchthaus mit anschließender Deportation ins KZ Ravensbrück verurteilt.

Politische Laufbahn nach 1945
1945 kam sie ungebrochenen Mutes nach Meidling und somit nach Wien zurück und wurde 1945 bei den ersten freien Wahlen  in den Wiener Gemeinderat und in den Landtag gewählt. In dieser Zeit arbeitete sie als Redaktionssekretärin bei der Zeitung „Die Frau“.

Von 1949 bis 1959 war sie eine der Vorsitzenden des Wiener Gemeinderats und 1959 wurde sie als erste Frau überhaupt in das Landtagspräsidium gewählt.

Der Lebensabend
1967 vollzog Potetz mit ihrem Rücktritt von sämtlichen politischen Ämtern allerdings kein Ausscheiden aus der Politik, sondern sie war noch bis 1977 Obfrau des Meidlinger Pensionistenverbandes. Schließlich zog das „Rosenhügler Siedlerkind“ in das Pensionistenhaus Hetzendorf. Dort war sie als Bewohnerin weiter aktiv und baute die Bibliothek des Heimes auf.

Bis ins hohe Alter, so lange sie konnte, nahm Helene Potetz sich um ihre Mitmenschen an.  Am 3. September 1987 starb die Ausnahmepolitikerin.

Spuren von Helene Potetz im heutigen Wien
1990 wurde die zwischen 1985-1988 errichtete Wohnhausanlage in der Rosenhügelstraße 35, 1120 Wien in Helene-Potetz-Hof umbenannt und seit 2006 existiert ein Helene-Potetz-Weg im 12. Bezirk. Im Jahr 2011 riefen die SPÖ Frauen Meidling einen jährlich von ihnen gestifteten Helene-Potetz-Preis für Verdienste um Frauen im Bezirk ins Leben.

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Kategorien:Geschichte, Politik, Wien

  1. Ich finde diese Einteilung in Wien mit den Bezirken immer so witzig.

  2. ja, ich weiß eh. hab grad eine ziemlich toughe zeit und arbeite und arbeite und arbeite ohne dass dabei sonderlich viel kohle raus schaut. es ist ein wahnsinn. deswegen komm ich momentan nicht zum bloggen und hatte nicht mal zeit unsere blogger-kumpelinin tina an ihrem stand in wien zu besuchen, was mich wirklich sehr fuchst! ich hoffe, das ändert sich bald…

    wie geht’s denn dir und deinen lieben?

  3. Schön dich mal zu lesen. Wenn du so viel arbeitest, dann pass auf, dass du nicht irgendwann einen blackout hast…

    Einen schönen 4. Advent wünsche ich dir 🙂

    Uns geht es super. Können nicht klagen.

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