ArchäologieNews Dezember 2010

Ein kurzes Archäologie-Update:
1. Teil einer Trajan-Statue in Frankfurt entdeckt
2. Erster Wohlstand in Mitteleuropa vor 4.000 Jahren
3. Steinzeit mitten in Zürich
4. Grenzwissenschaftliches aus Peru
5. 2.400 Jahre alte Suppe aus China
6. München: Stadtmauerreste entdeckt
7. Keltenfund bei Herbertingen

1. Teil einer Trajan-Statue in Frankfurt entdeckt

Bei Grabungen in Frankfurt entdeckten Archäologen Fragmente einer lebensgroßen Bronze-Statue des römischen Kaisers Trajan, der zwischen 98 bis 117 n.Chr. die Geschicke des Römischen Imperiums lenkte. Hessen hatte davor eine weitere historische Sensation dem Dunkel der Geschichte entrissen: eine vergoldete Reiterstatue des römischen Kaisers Augustus!

+++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++

2. Erster Wohlstand in Mitteleuropa vor 4.000 Jahren

Forscher der Martin-Luther-Universität in Halle haben herausgefunden, dass im Mitteleuropa der frühen Bronzezeit, also vor rund 4.000 Jahren, für zirka 200 Jahre relativ ruhige Zeiten herrschten. Generell gab es damals in Mitteldeutschland wenig soziale Unterschiede.

Eine Ausnahme bildete das Gebiet von Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Dort führten Fernhandelsrouten für Kupfer, Zinn und Gold durch. Den Handel kontrollierten mächtige Priesterfürsten, wie Gräberfunde in Leubingen und Hermsdorf (Thüringen) beweisen. Die fruchtbaren Äcker und guten Ernten taten ihr übriges um den Reichtum in dieser Region zu fördern.

+++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++

3. Steinzeit mitten in Zürich

An einer Stelle in Zürich, an der demnächst ein Parkhaus stehen soll, fanden Archäologen Siedlungsreste und unzählige Einzelfunde, darunter ein Feuersteindolch und eine 153×88 cm große Holztür. Die Funde sollen zwischen 3.700 und 2.500 Jahren datieren. Die erstaunlich gut erhaltene Türe wäre somit die älteste Holztüre der Schweiz, wahrscheinlich sogar Europas.

+++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++

4. Grenzwissenschaftliches aus Peru

Copyright/Quelle: britishmuseum.org

Mystische Ahnensteine der Inka beschäftigen britische Archäologen rund um Dr. Colin McEwan vom Britischen Museum in Peru. Dabei handelt es sich um drei Exemplare heiliger Ahnensteine, die in der Inka-Mythologie die Verbindung zwischen der himmlischen und der Unterwelt darstellen.

Bislang kannte man die Inka-Ahnensteine nur aus detaillierten Berichten und Beschreibungen der Spanier aus dem 16. Jahrhundert. Sie galten als verschollen.

+++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++

5. 2.400 Jahre alte Suppe aus China

Archäologe Liu Daiyun. (c) german.china.org.cn

Chinesische Archäologen fanden in einem 2.400 Jahre alten Bronzedreifuß noch die Überreste einer anscheinend damals am Speiseplan stehenden Knochensuppe. Der Fund wurde einmal mehr in der Provinzhauptstadt Xi’an, Shaanxi, entdeckt.

Der Dreifuß misst 20 cm Höhe und hat einen Durchmesser von 24,5 cm. Darin befanden sich mehrere Knochen in einer Flüssigkeit. Durch die Patina färbten sich die Knochen grün.

Spezialisten sollen nun die Ingredienzien analysieren, die zum Herstellen dieser Suppe verwendet wurden. Die Wissenschaftler hoffen Erkenntnisse aus den Ernährungsgewohnheiten der Menschen von damals (zirka 475-221 v.Chr.) zu gewinnen.

+++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++

6. München: Stadtmauerreste entdeckt

Beim Landesamt für Denkmalpflege in München entdeckten Archäologen Reste einer mittelalterlichen Stadtmauer. Die Mauerreste aus dem 13. Jahrhundert und Zwingermauern aus dem 15. Jahrhundert lagen keinen Meter unter dem heutigen Pflaster und sind gut erhalten. Ebenfalls wurden Mauern aus dem 18. und 19. Jahrhundert freigelegt.

+++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++

7. Keltenfund bei Herbertingen

Ein beinahe unversehrter Archäologie-Fund wurde in Herbertingen, südlich des frühkeltischen Fürstensitzes Heuneburg gemacht. Das Prunkgrab soll 2.600 Jahre alt sein und wird in Fachkreisen als „Meilenstein der Archäologie“ gehandelt. Das Kammerschachtgrab misst 4×5 Meter, soll ausgezeichnet erhalten sein und wertvolle Schmuckbeigaben aus Gold und Bernstein beinhalten. Dadurch erhoffen sich die Wissenschaftler eine genaue Datierung des frühkeltischen Fürstengrabes.

Die Heuneburg zählt zu den wichtigsten Grabungsstätten frühstädtischer Siedlungen Mitteleuropas nördlich der Alpen.

+++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++     +++++

Advertisements


Kategorien:Archäologie, Geschichte, kurz gemeldet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: