Archäologie-News

In den letzten Wochen hat sich am archäologischen Sektor einiges getan. Eine Kurzzusammenfassung.

(c) Ingelotte/pixelio.de

Zweiten Kreis bei Stonehenge entdeckt

Archäologen der Universität Birmingham (UK) und des Ludwig Boltzmann Instituts (Ö) entdeckten bei gemeinsamen Arbeiten unweit des weltberühmten Stonehenge-Steinkreises bei Salisbury, Südengland, einen weiteren ikonischen Kreis. Der neolithische Fund hat einen Durchmesser von rund 35 Metern und könnte zeitgleich mit seinem steinernen Pendant genutzt worden sein. Forschungsleiter Vince Gaffney (Universität Birmingham) zur internationalen Presse: „Diese Entdeckung ist so unglaublich. Sie wird unser Verständnis von der Landschaft um Stonehenge völlig verändern!“

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Archäologie in China – Größte Archäologie-Ausstellung in Peking

Vom 29. Juli bis 10. Oktober stellt das Hauptstadtmuseum in Peking sämtliche Funde aus, die das des Archäologischen Instituts der Chinesischen Akademie der Geisteswissenschaften in den letzten 60 Jahren gemacht hat. Über 400 Exponate werden zum ersten Mal der Welt präsentiert. Zu den wichtigsten Schätzen der Ausstellung zählt eine Steintafel mit Inschriften und rund 15.000 Jahre alte Pfeilspitzen. Die Sensation der Schau bilden jedoch die Funde aus dem Grab Nummer 54 aus der Shang-Dynastie (1600-1046 v.Chr.), die erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden.

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Älteste Schriftstück Jerusalems entdeckt

Sie ist winzig und misst gerade mal 2,8 x 1 Zentimeter, ist jedoch seit einigen Tagen einer der wichtigsten Funde Jerusalems: Eine mit akkadischen Schriftzeichen versehene Tonscherbe, die sage und schreibe 3.400 Jahre alt sein soll, wurde von Archäologen der Hebräischen Universität südlich der Altstadt Jerusalems bei der alten Akropolis entdeckt. Der Inhalt der Tontafel konnte bislang nur rudimentär entziffert werden. Die feine Schreibweise verrät jedoch, dass der Verfasser ein geübter Schreiber war. Dies und der Fundort der Tonscherbe lassen vermuten, dass  die Mini-Tafel aus dem ehemaligen königlichen Keilschriftarchiv stammt.

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6.000 Jahre alte Basaltstatue in Jordanien entdeckt

In einem Grab einer antiken Siedlung in der Region Nord-Badia, im Osten Jordaniens, wartete auf das Archäologenteam von der Freien Universität Berlin und der jordanischen Mutah Universität ein Sensationsfund: Eine kleine, 5.500  bis 6.000 Jahre alte Basaltstatue. Sie ist nur 35 Zentimeter groß und stellt einen bärtigen Mann in traditioneller Kleidung der arabischen Bediunen dar. Die Wissenschaftler vermuten, dass sie einen damaligen Bewohner der Region wiedergibt. Wie die Menschen den Basalt bearbeiteten ist bislang ungeklärt.

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200 Jahre altes Schiff am Ground Zero entdeckt

Unglaublich, aber mitten in Manhattan (NYC, USA) lag seit über 200 Jahren sechs bis neun Meter unter dem Straßenniveau ein Schiff versteckt! Ein Bagger stieß bei den Bauarbeiten am Ground Zero auf geschwungenes Holz. Danach wurde das Gerippe des Schiffsrumpfes freigelegt. Der Rumpf misst 10 Meter Länge  und wird möglichst schnell geborgen. Das genaue Alter des Fundes muss noch mittels Holzproben festgestellt werden. Die Forscher vermuten, dass das Wrack seinerzeit als Füllmaterial für Aufschüttungen verwendet wurde, als es galt in dieser Region dem Hudson River Land abzuringen. Zuletzt wurde vor 28 Jahren ein Schiff aus dem 18. Jahrhundert in Manhattans Untergrund, nahe der Water Street entdeckt.

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Kategorien:Archäologie, Forschung, Geschichte

3 replies

  1. Habe schon einen Großteil der Infos auf diversen Websites gelesen. Das mit der China-Ausstellung in Peking war mir allerdings neu. Schade, dass der Flug nach Peking so teuer ist. Ist sicherlich sehenswert!

    Bin denne, Snofru

  2. Danke für die tollen neuen News.
    Einzig die Sache mit dem Steinkreis bereitet mir etwas Kopfweh – wieso wurde der erst jetzt entdeckt?

  3. @snofru: Die Ausstellung in Peking würde mich ebenfalls sehr interessieren. Bei mir hapert’s leider an den nicht vorhandenen (Gratis-)Flugmeilen … 🙂

    @Wortman: Update – gern geschehen! 🙂
    Der zweite Kreis neben Stonehenge soll aus Holz sein. Viele „findige“ Journalisten nannten den Kreis schon „Woodhenge“. Na ja. Ich habe jedoch nirgendwo fundierte Aussagen dazu gelesen, deswegen habe ich das in meinem Beitrag auch nicht erwähnt. Ich wähnte mich in der Annahme, schon mal ähnliches bei Stonehenge gelesen zu haben. Ist allerdings auch erst vor einigen Jahren passiert – konnte diese Geschichte leider nirgendwo ausgraben. Dafür müsste ich wohl wieder mal in der Uni-Bibliothek abtauchen – und wahrscheinlich mach ich das demnächst mal.

    Wegs des „erst heute“ entdeckens: Wenn man bedenkt wie lange es her ist, dass Stonehenge in Funktion war, und wie kurz im Vergleich es erst her ist, dass man ein Schiff unterm WTC in NYC vergraben hat – und BEIDES wurde vergessen, wundert es mich nicht, dass es so lange dauert, bis man solche Dinge wieder entdeckt. Was allerdings seltsam ist, ist die Tatsache, dass um Stonehenge ständig irgendwelche Untersuchungen und Grabungen laufen. Somit hast du recht, Wortman – es ist mehr als „verwunderlich“ …

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