Eingepunschte Gedankenreise

Gestern Samstag, 14.11.2009, war es so weit: Drei der größten Wiener Weihnachtmärkte öffneten ihre Pforten.

Wenn das Christkind zum Umtrunk lädt, lässt sich der Wiener nicht lange bitten. Trotzdem gestern die milden Temperaturen eher nicht weihnachtlich stimmten, strömte Hinz und Kunz zu den lukullischen X-Mas-Hotspots in Wien: Gleich drei große Weihnachtsmärkte – der Christkindlmarkt am Rathausplatz, der Weihnachtsmarkt am Spittlelberg und der Adventmarkt im Alten AKH – bliesen im weihnachtlichen Ambiente zum fröhlichen Hallali auf alles was trink- und essbar war.

Samstag, 14.11. 19 Uhr: Natürlich lassen meine Freunde und es uns nicht nehmen und wir stoßen feuchtfröhlich auf unseren ersten Punsch in dieser Saison am Adventmarkt im Alten AKH an. Keine Frage, der Punsch schmeckt und fließt daher folgerichtig in Strömen.

Doch zwischen diesem und jenem Schluck kommt der leise und leicht unbequeme Gedanke: Was hat dieser Massenkonsum auf den Weihnachtsmärkten noch mit Weihnachten zu tun? 

Der Markt im Alten AKH ist noch einer der schöneren Wiens. Die Stände sind nicht ganz so kitschig und schrill, wie man es leider Gottes andernorts (gar nicht so) gerne sieht. Doch was einmal als Lebensmittel- und Lebkuchen-Hotspot begann, ist in unseren Tagen zu einem Kommerz triefenden Supermarkt im pseudoweihnachtlichen Ambiente mutiert. 

Ohne jetzt groß religiös zu sein: Wo bleibt die weihnachtliche Besinnlichkeit? Und was lehrt diese Schau an Strass, Sternchen, teuren Schmuck und Tand unseren Kindern?

Weihnachten ist Konsum. Zu keiner Zeit im Jahr sitzt das Geld lockerer als in der Vorweihnachtszeit.

Aber ganz ehrlich: Wer freut sich denn nicht über Geschenke? Ich denke so alt kann man gar nicht werden, dass man sich über ein Packerl unterm Weihnachtsbaum insgeheim nicht doch freut … 🙂

Klank, far end (unser ureigenes Zuprosten in dieser Runde) … die nächste Runde Punsch steht an und entreißt mich meinem vorweihnachtlichem Blues.

Und wieder: KlankKlankKlank und far end

Ürbigens den Link zu allen Christkindlmärkten Wiens und darüber hinaus, findet ihr hier.

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Kategorien:Essays, Events

3 replies

  1. der konsum.
    vielleicht hat die wirtschafltiche rezession auch ihre positive seite.
    könnte ja sein, dass der eine oder andere mensch aufgrund finanzieller einschränkung zum nachdenken beginnt und hinterfrägt, ob das eine oder andere nicht doch entbehrlich sein könnte?
    vielleicht hat so der begriff „werte“ die möglichkeit in unserer konsum orientierten gesellschaft wieder einlass zu finden …

    und zum punsch: für meinen geschmack ist der punsch am weihnachtsstandl meist nur mehr ein grauslich übersüsster chemietrunk …
    mein selbst hergestellter punsch, zu hause mit lieben freunden konsumiert schmeckt mir immer noch am besten.

    so long …

  2. Das Punschbrauen ist anscheinend eine Kuns für sich, denn an nur sehr, sehr wenigen Punschständen bekommt man gutes Gebräu. Erst nach einer gewissen Zeit getraue ich mir zu sagen: an diesem und jenen Stand gibt es HEUER den besten Punsch (weil da wo der Punsch im Vorjahr genießbar war, muss er nicht unbedingt im Folgejahr ebenso genießbar sein)!

    Wegs Konsum und Umdenken: Weihnachtsgeschenke für Kinder sind OK, aber für Erwachsene tut’s ein feines Essen oder ein schönes Theaterstück auch, denke ich.

  3. Ja, die Weihnachtengeschenke-am meisten angenehm für den Menschen.

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