Josefstädter Kultur-Herbst

In der Josefstadt weht ein frischer kultureller Wind: Vom 9. bis zum 16. Dezember findet mitten im 8en der Josefstädter Kultur-Herbst statt.

volkskundemuseumMontag am frühen Morgen – oder was auch immer man als „früh“ bezeichnen mag – öffente ich schlaftrunken mein Postkästchen unten im Eingangsbereich meines Wohnhauses. Werbung, Rechnungen, Werbung … und ein Folder. Schwarz gestaltet, spricht mich natürlich sofort an. Noch nicht ganz wach, legte ich das Ding einmal fürs Erste zur Seite – Tea first, wie der Brite so schön sagt. Also tat ich das auch.

Ein Teekännchen später führte ich mir besagten Folder zu Gemüte. Und siehe da, eine Einladung zu den Eröffnungsfeierlichkeiten für das Josefstädter Kultur-Herbst-Festival. Motto: „8ung Kultur! – Film und Neue Medien. Begegnungen der 8en Art!“ (In Anlehnung 8. Bezirk … deswegen „8ung“ und „8e Art“.) Drei schwedische Kurzfilme standen am Programm, danach sollte es schwedische Schmankerln und Gratistrunk geben – echt fesch!

„Na fein“, dachte ich mir, „da wirst Du hin gehen!“ Nur wann findet der Event denn statt? Ein genauerer Blick auf die schön gestaltete Broschüre vertrieb gnadenlos den letzten klitzekleinen Rest an Schlafbedürfnis: Heute! Genau heute, um 19:00 Uhr im Volkskundemuseum! Also das nenn ich Information in letzter Sekunde.

Um etwas vor 19 Uhr fand ich mich also in den erlauchten und wunderschönen Sälen des Museums für Volkskunde ein. Trotz der postalischen Verspätung der Einladungsfolder waren eine Menge Kunstinteressierte gekommen. Der Filmvorführsaal war bis auf den letzten Sitzplatz und darüber hinaus besetzt. Vier Ansprachen später, die allesamt sehr kurzweilig waren, begann das Filmfestival.

Anlässlich der schwedischen EU-Präsidentschaft wurden die Filme „Das Ei“, „Irmelin“ und ein dritter Film, dessen Titel mir partout nicht einfallen will, gezeigt – OmEU (=Original mit Englischen Untertiteln). Zwei der drei Kurzfilme waren Abschlussarbeiten der Filmhochschule Göteborg. Wenn Uniabgänger Werke von dieser Qualität auf die Leinwand bannen können, dürfen wir uns bald über traumhafte, eindringliche nordische Filme mit gutem Humor freuen! Selbst Menschen, die sich nicht zur illustren Gruppe der Cineasten zählen, konnten sich an diesem Abend prima unterhalten. 

Vom Buffet hab ich leider nicht viel gesehen. Aber es muss köstlich gewesen sein, denn als ich nach meinen Interviews mit den Stars und Machern dieses Festivals fertig war – und so lange hat das auch wieder nicht gedauert – war kein Krümelchen mehr zu sehen. Ratzfatz – alles weg! Dabei mag ich schwedisches Essen wirklich sehr gern. Wie heißt der Spruch noch mal? „Wer zu spät kommt, den bestraft Gott.“ Oder so ähnlich. 

Ich kann jedenfalls nur jedem, der Interesse am Medium Film hat raten sich den einen und anderen Festivals-Beitrag anzuschauen. Einer meiner heissesten Tipps ist allerdings der „Josefstädter SAU-AlmABTRIEB“ – startet am 13.11. um 13:00 Uhr vor der Justizvollzugsanstalt Josefstadt, Landesgerichtsstraße. Dieser Event, inszeniert von Martin Just, verspricht beste Satire in Reinstform. Aber Achtung – oder besser gesagt: 8ung! Strassenpassanten könnten sich plötzlich als Protagonisten mitten drin wiederfinden! 😉

Mehr Informationen findet Ihr unter diesem Link: Josefstädter Kultur-Herbst

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Kategorien:Events, Reisen

3 replies

  1. Die Nordländer haben es schon drauf, gute Filme zu machen. Egal ob mit Humor oder im Gruselbereich. Da habe ich schon einige gute Sachen gesehen.

  2. du machst neugierig.
    was kann man unter „Josefstädter SAU-AlmABTRIEB“ wohl verstehen?
    wenn sich’s irgendwie ausgeht, denke ich, ich schau da mal vorbei!
    danke!

  3. Tja – sagen wir mal: im weitesten Sinn ist es eine Art Straßentheater. Nur wer die Arbeiten von Herrn Just kennt, kann sich vorstellen, dass es dabei nicht josefstadtidyllisch zugeht. Also alle, die eine Biedermeierromanze im Sinne von Nestroy & Co erwarten, werden sicherlich enttäuscht sein. Mehr will ich hierzu aber nicht verraten.

    Nur noch zu Klärung: Auf der Kärntner Saualm (und ja, die gibt’s wirklich) wurde zu Jörg Haiders Zeiten ein Asylantenheim eingerichtet. Als 16 Asylantinnen auf der Saualm zur Kärntner Bedrohung wurden als sie privat unterkamen, schlugen die Medien Purzelbäume. Dies (nebst anderen Kärntner Geschichten) inspirierte Martin Just zur SAU-AlmOPER. Weiteres ist nun sicherlich denkbar …

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