Neues über Stonehenge

Forscher finden heraus: Stonehenge soll um 300 Jahre jünger sein als bislang angenommen – Zweck der Stätte nach wie vor unbekannt.

Seit Jahrhunderten rätseln Wissenschaftler, Hobbyarchäologen und Interessenten über Entstehungszeit und Zweck des jungsteinzeitlichen Steinkreises Stonehenge bei Salisbury, England. Die beiden Stonehenge-Experten Tim Darvill und Geoff Wainwright (Präsident der Society of Antiquaries) bekamen als eine der ersten Wissenschaftlergruppen überhaupt die Erlaubnis die Geheimnisse um den neolithischen Bau zu lüften.

Stonehenge – jünger als bislang angenommen?
Die erste Sensation ergibt sich nach den üblichen Radiocarbon-Analysen: Wainwright und Darvill behaupten, Englands bekanntester Steinkreis wäre um 300 Jahre jünger als bislang angenommen und datieren die Entstehungszeit um 2300 v. Chr.

Kritiker werfen den beiden Forschern vor die Ergebnisse nach Gutdünken abgerundet zu haben, denn die Analyse lässt eine Zeitspanne zwischen 2400 und 2200 v. Chr. als Entstehungszeit zu.

Eine neolithische Pilgerstätte der Heilung?
Auch um den Zweck der Errichtung Stonehenges wird gezankt. Weltweit sind sich die Experten darüber uneinig, ob der Steinkreis eine Art Tempel zur Anbetung Verstorbener war, oder aber ein Kalender zur Feststellung der Sonnenwende.

Wainwright und Darvill sind sich indessen sicher, dass man in Stonehenge Kranke und Verletzte aus ganz Europa behandelte. Zeugnis hierfür liefern eine große Anzahl von Gräbern, in denen mehr als die Hälfte der Leichen nicht dem britischen Raum zurechenbar sind. „Dies lässt den Rückschluss zu, dass Kranke aus ganz Europa nach Stonehenge gepilgert sind“, meint Wainwirght.

Dennoch bremst Wainwright vorschnelle Theorien und meint, dass Stonehenge vermutlich mehr als einen Nutzen hatte. Funde belegen, dass der Mensch schon seit 9200 Jahren in der Umgebung des Hügels von Stonehenge gelebt hat.

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Kategorien:Archäologie, Forschung, Geschichte

20 replies

  1. Ach, das dort so viele Menschen aus anderer Gegend beerdigt sind, wußte ich nicht. LG

  2. sehr interessant!

    ist eigentlich ein für mich toller ansatz, dass man an einem ort der kraft – und das war sicher der ursprungsgedanke der gestehung – eine stätte des wohls für menschen errichtet hat. vielleicht sogar in hoffnungslosen situationen?
    vielleicht war es etwas ähnliches wie lourdes?
    auch an diesen ort kommen menschen, um sich helfen zu lassen, weil ihnen sonst niemand mehr helfen kann.
    auch diesen ort werde ich sicher in nächster zeit besuchen ….

  3. Witzig, Sonnenschein, dass Du Stonehenge als Lourdes bezeichnet hast. Lies diesen Link:

    http://science.orf.at/science/news/152639

  4. daanke für den link!
    find ich lustig ….
    was logischer menschenverstand vermag …

  5. da muss ich dann mal fix meine doku über stonehenge gucken. mal sehen, was ich zusteuern kann 🙂

  6. Ich habe Stonehenge leider noch nie in ECHT gesehen, kenne aber dafür die Hügelgräber von Newgrange bei Drogheada, Irland. Als ich vor 10 Jahren das erste Mal dort war, war ich begeistert! Meine Mutter hat mir ein Buch heuer mitgebracht, von dem ich überzeugt bin, Wortman, dass es Dich interessieren könnte:

    Michael J. O’Kelly: „Newgrange – Archaeology, Art and Legend“ (Thames&Hudson, ISBN 0-500-27371-5)

  7. das könnte wirklich was interessantes sein 🙂

  8. Das Buch ist spitze! Michael J. O’Kelly war Archäologieprofessor am „University College Cork“ und Newgrange-Spezialist. Sein Buch hat somit Hand und Fuß. Leider habe ich es hier nur in englischer Sprache aufliegen … 🙂

  9. Megalithkulturen, der Megalith“großer Stein“. Mir ist es ein Rätsel,wie die Leute nach damaligem Stand der „Technik“die tonnenschweren Steine so präzise auf die Tragsteine hatten wuchten können. Ich meine die waagrechten Decksteine. Auf der Unterseite der Decksteine befinden sich Löcher, die Tragsteine haben auf ihrer Oberseite passende Zapfen, so daß die Decksteine, genau hierauf plaziert, nicht verrutschen und herunterfallen können. Einfach genial!

  10. Stimmt. Auch über den Bau der Pyramiden ist man sich noch uneins. Faszinierend, wieso die heutige Wissenschaft keine Ahnung hat, mit welcher Technik man vor zig-tausend Jahren tonnenschwere Steine so platziert hat, dass sie heute noch stehen!

  11. bei den gizeh-pyramiden stehen die wissenschaftler vor einem derzeit unlösbaren zeitproblem: nach den forschungen hat der bau der pyramide rund 20 jahre gedauert. in relation zu der quadermenge würde es bedeuten, dass alle 4 minuten ein quader gemeisselt, transportiert und verbaut werden musste… ziemlich unwahrscheinlich sag ich und so hat die moderne wissenschaft ein ziemliches zeit-bau-problem…

  12. .. und dazu die Rätsel um den Sphinx von Gizeh … Die Ägyptologen haben noch eine Menge Arbeit vor sich!

    Ich denke, Archäologie ist eines der letzten Abenteuer der Menschen auf Erden. Ich würde gerne wissen, was noch alles von unseren Vorfahren unter der Erde seiner Entdeckung harrt.

  13. Da wird noch jede Menge liegen. 😉
    Was auch überaus interessant ist: Die Tiefsee wurde auch noch nicht richtig erforscht und es gibt heute noch Teile vom Amazonas, den kein Mensch betreten hat… Wer weiß, was man da noch finden könnte…

  14. *gg* ich glaub’s ja nicht, das ist genau mein Spruch, Wortman: Archäologie und Tiefsee – die letzten Abenteuer der Menschheit auf Erden!

    Ich denke auch, dass der Amazonas (ob Dschungel oder Fluss) noch einige Überraschungen für uns parat hat. Wenn man bedenkt, welche bislang unentdeckten Tierarten man dort findet … Manche Wissenschaflter sind ja davon überzeugt, dass der Dschungel viele natürliche Heilpräparate vorrätig hat, die den Menschen in ihrem Kampf gegen Krebs, AIDS etc. unterstützen können.

  15. Ja da habt Ihr recht. Nur was den Amazonas und die darin schlummernden Heilmittel betrifft .. mit der Abholzung des Urwaldes schneiden wir uns, schon vor einer eventuellen Entdeckung, die heilende Zukunft um. : (

  16. *lach* kipet, bei der thematik sind wir wohl brüder/schwestern im geiste 🙂

    das problem im amazonas ist aber auch, dass unter umständen womöglich noch unentdeckte indianervölker leben. ein kontakt mit der zivilisation und ihr untergang ist vorprogrammiert 😦

  17. @NiRAk: Abholzung des Urwaldes – eine Horrorvorstellung und leider sind wir auf dem besten Weg dahin. Nebstbei habe ich gelesen, dass das Ende des Amazonas-Urwaldes auch das Ende des Blauen Planeten bedeuten würde …

    @Wortman: Ich bin sogar davon überzeugt, dass im Amazonas noch so manch unentdecktes Indianervolk lebt. Schön wäre es, könnte man diese Menschen einfach in ihrem Dasein belassen. Leider ist die Menschheit unersättlich, sodass das Ende des Regenwaldes leider Gottes wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit ist.

    Kennt Ihr den Film „Virus“ (USA, 1999)? An und für sich ein mittelprächtiges Sci-Fi-Shooter-Ding, gut gemacht, gut gespielt, guter Cast. Die Idee, dass der Mensch den Planeten Erde wie ein Virus peu à peu zerstört ist gar nicht einmal so verkehrt …

  18. wo versteckst du dich denn? 😉

  19. Schaut so aus, als wäre ich verschollen, nicht wahr, Herr Wortmann? Ich war in den letzten Tagen ziemlich schwer beschäftigt und hatte nicht viel Zeit mich um meine Blogs zu kümmern. Ich gelobe Besserung und werde wieder brav(er) schreiben … 😉

  20. hab dich echt schon vermisst kipet 🙂
    musst mal in meinen blog gucken. da gibt es zwei neue spielereien:
    1. http://wortman.wordpress.com/2008/10/08/blogwachstum/

    2. http://wortman.wordpress.com/2008/10/09/web2dna/

    🙂

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