Qumran-Schriftrollen gehen online!

Sensation in der Bibelarchäologie: die zwischen 1947 und 1956 in elf Höhlen nordwestlich des Toten Meeres gefundenen Schriftrollen von Qumran werden im Internet veröffentlicht.

Selten hat ein archäologischer Fund wie jener der Schriftrollen von Qumran die Glaubenswelt dermassen erschüttert. Streng unter Verschluss gehalten von den israelischen und den katholischen Autoritäten, rankten sich Mythen, Verschwörungstheorien und teilweise große Hoffnungen der Gläubigen um den vor über 60 Jahren passierten Sensationsfund am Toten Meer.

Antike Schriftrollen im Internet
Die israelische Behörde für Altertümer, die Israel Antiquities Authority, wird in den kommenden fünf Jahren die rund 2.000 Jahre alten Schriftrollen von Qumran komplett digitalisieren und online stellen. Die „Texte vom Toten Meer“ umfassen zirka 1.000 Fragmente, die zu insgesamt 900 Handschriften gehören. Darunter sind auch Teile der frühesten bekannten Kopie der Hebräischen Bibel, die Apokryphen und bis heute unbekannte Schriftstücke.

Zugang für Jedermann
Die Texte vom Toten Meer, die aus einer Zeit zwischen dem dritten Jahrhundert vor und dem ersten Jahrhundert nach Christus stammen, sind nach der Onlinestellung endlich für Jedermann zugänglich. Bislang stellte die israelische Behörde die Schriftrollen nur wissenschaftlich qualifizierten Experten zur Verfügung. Von wenigen Fragmenten abgesehen, sind die Texte heute zu 99 Prozent übersetzt.

Die Wurzeln der drei großen Weltreligionen
Die Qumran-Rollen belegen eine bibelhistorisch enorm wichtige Zeit, in der die Weichen zwischen dem rabbinischen Judentum, dem Islam und dem frühen Christentum gestellt wurden. Wissenschaftler erhoffen sich durch diese Texte eine Chance herauszufinden, wie sich die drei großen Weltreligionen aus gemeinsamen Wurzeln heraus entwickelt haben, was zu einem besseren und friedlicheren Miteinander der Menschheit beitragen könnte.

(Quelle: pressetext.at)

Lesematerialien in Buchform:
1) „Die Texte aus Qumran – hebräisch und deutsch“ (Kösel-Verlag, München)
2) Prof. Robert Eisenman, Prof. Michael Wise: „Jesus und die Urchristen – Die Qumran-Rollen entschlüsselt“ und „Verschlußsache Jesus“ (Goldmann-Verlag)
3) Pinchas Lapide: „Ist die Bibel richtig übersetzt?“ (Band 1 und Band 2 bei GTB erschienen)

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Kategorien:Archäologie, Forschung, Geschichte

8 replies

  1. sehr interessant!
    als ich deine info zu lesen begann, dann noch die links zu wikipedia und den sonstigen infos weiterverfolgte klingt das wie ein toller krimi.
    herrlich, was du uns da zuführst!
    danke!

  2. mich würde da wirklich interessieren, ob sie wirklich alles online stellen.
    nichtsdestotrotz dürfte es eine interessante sammlung werden.

  3. da bin ich ganz bei dir, wortman. allein, wenn man die ganze geschichte in den letzten jahren mitverfolgt hat, kommen zweifel auf, ob wirklich alles richtig übersetzt veröffentlicht werden wird. aber … die hoffnung stirbt zuletzt!

    hast du das buch von eisenman & wise gelesen, die beide anfänglich im übersetzungsprojekt involviert waren und bei ihrer arbeit auf infos gestossen sein sollen, die nicht dem kath. / jüd. glauben entsprochen haben und somit ihren hut nehmen konnten? es gab auch andere experten, die ein ähnliches forscher-schicksal erleiden mussten wie wise und eisenman. kein wunder, dass verschwörungstheorien en masse in der fachwelt aufgekommen sind.

  4. danke, sonnenschein, freut mich sehr, dass dich mein artikel zum weiterforschen angeregt hat!

    ich habe mich intensiv mit den qumran-schriftrollen auseinander gesetzt und war sehr froh, als die nachricht kam, dass man daran denkt die ergebnisse online zu stellen. was gibt es interessanteres als über eine zeit zu erfahren, in der die drei großen religionen entstanden sind, die uns heute – dank engstirnigen auslegungen in jede richtung – teilweise solche schwierigkeiten bereiten.

  5. es gibt dort ziemlich viele ungereimtheiten… nicht umsonst blühte plötzlich auch diese „verschwörungstheorie-welle“ wieder auf.
    lassen wir uns also mal überraschen, was letztendlich online kommt.

  6. einem undurchsichtigen, verstaubten altherrenkonstrukt – als das die katholische kirche nach außen hin erscheint – hängt man sicherlich schnell mal die eine und andere verschwörungstheorie um den hals.

    man dürfte aber vor allem zu beginn der übersetzungsarbeiten mit den experten ein bisschen unklug umgegangen sein. sprich, erst hat man sie engagiert. doch als die ergebnisse nicht dem denken der auftraggeber folgten, konnte man sie nicht schnell genug wieder los werden.

    wer am ende recht hatte und wer nicht, werden wir „normalsterblichen“ so schnell nicht erfahren …

  7. hab drei neue dokus bekommen, allerdings noch nicht hinein gesehen:
    die jesus-verschwörung
    stonehenge entschlüsselt?
    der kristallschädel

  8. Die Kristallschädel-Doku kenn ich, glaub ich, schon. Stonehenge entschlüsselt? – also das klingt interessant. Die Jesus-Verschwörung ebenso. Kannst Du mir bitte vielleicht sagen welche Sendeanstalt(en – BBC – was auch immer) die Dokus gedreht haben, Wortman?

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