Kindersterblichkeit in Indien

Gesundheitsvorsorge für Indiens Kinder unzureichend

Einmal jährlich untersucht die Organisation Save the Children ob die so genannten Entwicklungsländer ihren Kindern eine entsprechende Gesundheitsvorsorge bieten.

Das Ergebnis der Studie
Der diesjährige Bericht stellt Indiens Gesundheitssystem ein schlechtes Zeugnis aus: mehr als die Hälfte der unter 5-jährigen sind medizinisch unterversorgt. Damit steht der Subkontinent auf gleicher Stufe mit Ghana. Die Philippinen schnitten am besten ab: 69 Prozent der Kinder haben Zugang zu medizinischen Einrichtungen. Am schlechtesten geht es den Kindern Äthiopiens, wo nur 16 Prozent der unter 5-jährigen die nötige Gesundheitsvorsorge erhalten.

Indiens Mädchen sterben eher als Buben
Der Bericht State of the World’s Mothers kommt zu dem traurigen Schluss, dass die Mädchen Indiens viel häufiger sterben als in den meisten Ländern. Zwischen dem ersten und den fünften Lebensjahr kommen am Subkontinent rund 61 Prozent mehr Mädchen ums Leben als Buben. Grund dafür soll die ungerechte geschlechtsspezifische medizinische Versorgung sein.

„Wir müssen bessere Maßnahmen ergreifen um auch die ärmsten Kinder mit grundlegenden medizinischen Maßnahmen wie Impfungen, Antibiotika und einer professionellen Betreuung bei der Geburt zu versorgen“, sagt Jasmine Whitbread, Generaldirektorin von Save the Children, zu BBC.

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Kategorien:Medizin, Online-Journalismus

4 replies

  1. wäre doch ein positives zeichen, würden die pharmakonzerne ein bisschen etwas von ihren absolut hohen renditen für kinder der dritten welt zur verfügung stellen.
    und da nicht – abgelaufene produkte, oder als versuchskaninchen – sondern wirklich HILFE.

    für uns mitteleuropäer ist es unverständlich, dass es immer noch länder gibt, wo buben auf medizinischem sektor mehr zählen als mädchen.

    aber – da muss ich an meine nichte in australien denken, die eine zweite niere brauchte. jahrelang nur mittels dialyse (3 x die woche – dauer jeweils 6 – 8 stunden) überleben konnte bis der eigene sohn so weit war, dass er seiner mutter eine niere geben konnte.
    sie musste deshalb so lange warten, weil in australien – so eine geeignete niere vorhanden – als empfänger an erster stelle ein mann die niere bekommt.
    klingt wie ein schlechtes märchen, unvorstellbar für ein land wo man denkt, dass fortschritt vorhanden sein müsste …

  2. In Indien ist das Problem der Mädchensterblichkeit ein hausgemachtes. Mädchen zählen weniger bis nichts. Deswegen kriegen auch Buben eher medizinische Hilfe als Mädchen.

    In vielen ländlichen Regionen Indiens werden weibliche Föten abgetrieben und Buben hingegen geboren. Dass sich irgendwann einmal hier die berühmte „Katze in den Schwanz beisst“, ist Fakt.

    Mädchen bedeuten in Indien auch, dass ihre Eltern eines Tages eine teure Hochzeit ausrichten müssen. Eine Traditions-Festivität, die eine Familie finanziell ruinieren kann.

  3. Paßt nun nicht ganz, aber ein bisserl schon zu der Thematik:

    Zitat von kipet:

    In Indien ist das Problem der Mädchensterblichkeit ein hausgemachtes. Mädchen zählen weniger bis nichts. Deswegen kriegen auch Buben eher medizinische Hilfe als Mädchen.

    Gestern habe ich im TV eine Sendung gesehen über das kleine indische Mädchen, welches mit 4 Armen und Beinen zur Welt kam.
    Es wurde der Op-Verlauf und das Leben der Familie gezeigt.

    Eine Familie, welche alles tat für ihre Tochte, auch mediz. Versorgung. Sie haben schon einen Sohn!

    Ein Satz brachte mich schwer ins Grübeln, die Familie ist nun in eine Wüstenstadt gezogen, dort ist eine Schule für körperlich behinderte Kinder….das fand ich o.k…allerdings der Kommentar des Journalisten: “ Die Familie wohnt nun das erste Mal in einer Wohnung welche dem 20. Jahrhundert entspricht“ brachte mich sehr zum Nachdenken!

    Hier noch ein Link zu der Geschichte der kleinen Lakshmi: http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:Vier-Arme-Beine-Indische-%C4rzte-Lakshmi/601830.html

  4. auch ich habe gestern zufällig diese doku gesehen. gleich zu beginn möchte ich sagen: ich freue mich für die kleine lakshmi, dass sie jetzt, nach der OP, die chance auf ein relativ „normales“ leben hat.

    was mich bei der ganzen angelegenheit gestört hat war der unglaubliche medienrummel, den man um diese OP an einem zweijährigen kind veranstaltet hat. das unverständnis der presse, wieso der vater seine tochter so weit es ging schützen wollte (sprich, nicht ständig ihr parasitäres zwillingsgewächs in die kameras hielt), war schlimm.

    die familie hatte jedoch kaum eine wahl – die OP wurde vom krankenhaus finanziert und der medienrummel war sicherlich teil des „geschäfts“, denn das indische ärzteteam hat sich an eine OP gewagt, die bis dato noch nie durchgeführt wurde.

    die ärzte haben lakshmi und ihrer familie geholfen, doch war sicherlich auch eine ghörige portion PR hinter einer an und für sich wirklich guten sache.

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