Opa oder Papa?

Jetzt wird’s heikel: Ein 72jähriger Brite spendet sein Sperma zur Zeugung seines eigenen Enkelkindes!

Als keine in vitro-Behandlung anschlug, entschied sich ein 72jähriger Brite seinem Sohn und seiner Schwiegertochter auf die Sprünge zu helfen und stimmte zu, der Samenspender für sein eigenes Enkelkind zu werden. Laut BBC wurde das Sperma an der London Women’s Clinic untersucht, in dem das anonym bleiben wollende Paar derzeit behandelt wird.

Ethikkommissionen mischen mit:
Kamal Ahuja, der zweite medizinische Direktor der Klinik, verbrachte Monate mit Diskussionen mit unabhängigen Organisationen und Ethikkommissionen. Würde die künstliche Befruchtung klappen, wäre genetisch gesehen das Baby das Kind des Spenders, also des Opas, und der Halbbruder oder die Halbschwester des Vaters! Ahujas Kollege Peter Bowen-Simkins betonte auf Anfrage, dass ihm ein vergleichbarer Fall noch nie untergekommen sei. Die Schwiegermutter der Frau habe angeblich jedenfalls keine Bedenken.

Wunsch nach Anonymität:
Alle Beteiligten wollen anonym bleiben. Vor allem im Interesse des Kindes ist Anonymität gefragt. Eine Sprecherin der Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA) meint dazu: „Der Ehemann hat keinen Bruder, daher hat er seinen Vater gefragt.“

Rechtlicher Hintergrund:
Eine Genehmigung dieser Entscheidung ist nach der HFEA nicht erforderlich. Samenspenden innerhalb der Familie sind in Großbritannien gesetzlich erlaubt. Der Samenspender verfügt über keine Rechte dem Kind gegenüber. Mit erreichen des 18. Lebensjahres hat jedes in vitro gezeugte Kind das Recht, die Identität des Vaters zu erfahren.

 Wie weit gehen Menschen um ihren Wunsch nach Nachwuchs Wirklichkeit werden zu lassen?

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Kategorien:Online-Journalismus

  1. Manches Mal habe ich das Gefühl, den Menschen geht es wirklich viel zu gut.
    Womit beschäftigt sich Mann/Frau?
    Wo beginnt Ethik, Moral und Verantwortung, wo hört sie auf?
    Denkt manch einer daran, dass es vielleicht von einer höheren Institution eben nicht vorgesehen ist, sich ohne bedenken zu vervielfältigen?

  2. es ist sicherlich nicht einfach, wenn ein kinderwusch nicht erfüllt wird. aber ich verstehe auswüchse wie eben diesen des opas, der papa des kindes seines sohnes werden will, partout nicht. auch diese endlosen in vitro-versuche sind mir ein rätsel. es gibt so viele kinder in kinderheimen, die auf ein zuhause warten und froh wären, adoptiert zu werden …

  3. Ich weiß nicht, ob ich als Oma des zukünftigen Enkels froh darüber wäre, wenn ich wüßte, dass mein Mann (sprich der Opa) Vater meines Enkels ist. Irgendwie total inzestuös, nicht?

  4. man stelle sich mal vor: was sagt man dem kind wenn es sich über seine entstehungsgeschichte informiert? ist das nicht schlimm fürs kind? die vorstellung mein opa wäre mein vater … irgendwie … ich drück’s mal vorsichtig mit „seltsam“ aus.

  5. solche aussagen können wirklich nur menschen machen, die kein problem mit ihrer fortpflanzung haben! was ist schlimm daran, wenn sich ein paar, das keine kinder aufgrund des mannes haben kann, sich in der familie des mannes umschaut? ist es verwerflich, dass sich die frau wenigstens einen teil des mannes in ihrem künftigen kind wünscht? ist es nicht mehr, ein vater zu sein, als das sperma zu geben, damit ein menschliches wesen entstehen kann?

  6. Es tut mir aus tiefstem Herzen leid, xxx, wenn ich Ihnen mit meinem Artikel zu nahe getreten bin, was sicherlich nicht in meiner Absicht lag. Die Antworten meiner Leser sind persönliche Ansichten zu einem höchstpersönlichen Thema, die jeder Mensch frei äußern darf und soll.

    Für mich persönlich, die ich keine Kinder habe, kommt eine in-vitro-Fertilisation nicht in Frage. Trotzdem kann ich es durchaus nachvollziehen, sollte ein Kinderwunsch unerfüllt bleiben, dass man alle Hebel der Welt in Bewegung setzt um sich den Traum von einer eigenen Familie zu erfüllen. Läge das Zeugungsproblem beim Mann, wäre wahrscheinlich auch mein erster Gedanke, mich in der Familie des Mannes nach einem geeigneten Samenspender umzusehen – ein Bruder, ein Cousin. Auch die Samenspende eines Unbekannten käme vielleicht in Betracht.

    Bei diesem Fall aus UK geht es jedoch darum, dass der Großvater als Samenspender zur Zeugung seines eigenen Enkelkindes fungiert. Die Frage, die sich mir unweigerlich stellt: wie wird das Kind reagieren, wenn es erfährt, dass der Opa sein (biologischer) Vater ist? Ich denke nicht, dass ein Kind – und würde es ihm auch noch so vorsichtig und einfühlsam erklärt werden – diesen Teil seiner Existenzgeschichte so leicht verarbeiten kann.

    Abschließend stimme ich Ihnen hundert Prozent zu wenn Sie sagen, dass man nicht der biologische Erzeuger sein muss, um ein guter Vater zu sein/werden.

    Lieben Gruß,
    kipet

  7. So etwas kann nur jemand verstehen der es selber erlebt hat… denn der Wünsch nach Kinder ist groß und der gedanke ohne Kinder zu leben undenkbar! ich glaube das es falsch ist zu sagen:
    Denkt manch einer daran, dass es vielleicht von einer höheren Institution eben nicht vorgesehen ist, sich ohne bedenken zu vervielfältigen?
    das kann auch jedem von uns passieren überlegen sie erst…
    Lieben Gruß,
    gabriel

  8. Hallo, Gabriel – willkommen auf meinem Weblog! Und danke, für Ihre Wortmeldung.

    LG Kipet

  9. Offenheit und Ehrlichkeit aller Beteiligten. Da ich, der Ehemann, unfruchtbar bin, haben wir das vor 30 Jahren auf den Tisch gebracht, dann redeten wir und ließen uns und allen Beteiligten Zeit. Nachdem wir alle einverstanden waren, entschieden wir uns alle dafür, dass die Befruchtung auf natürlichem Wege stattfinden sollte – man kann nur erahnen wieviel Toleranz und Vertrauen da von seiten meiner Mutter und auch mir nötig waren – und es wurde auch so gemacht.

    Mein Vater ist der biologische Vater unserer beiden Kinder. Die Kinder wissen Bescheid und wurden so nach und nach darüber infomiert.

    Keine Geheimnisse, alle Beteiligten müssen alles wissen, alle Beteiligten müssen einverstanden sein. Die Kinder können natürlich nicht zustimmen, aber man muss sie im richtigen Moment langsam informieren und entsprechend begleiten und aufpassen, dass sie damit klar kommen.

    Eines ist aber auch klar. Wir waren uns immer einig, dass dies unser Geheimnis bleibt und dass niemals außerhalb unserer Familie jemand davon erfahren darf und sich ja keiner verplaudert oder tratscht.

    Das Gericht der öffentliichen Meinung und die „SowasTutManNicht“-Fraktion ist unerbittlich. Sie sorgen mit absoluter Sicherheit dafür, dass sich alle an so einer Familieangelegenheit total aufgeilen, sie in den Schmutz ziehen und man in aller Öffentlichkeit als perverse Schweine abgestempelt wird. Das ist die Garantie dafür, dass die derart bloßgestellten daran zerbrechen.

    Wir haben dicht gehalten und unsere beiden Kinder haben uns des öfteren versichert, dass sie verstehen, wieso wir das gemacht haben, dass sie gerne auf der Welt sind und dass trotz allem der Opa der Opa und der Papa der Papa ist. Sie haben eigene Familien in der Zwischenzeit und haben eigene Kinder.

    • Danke Phil, für deine ehrliche und offene Stellungnahme zu diesem sehr schwierigen Thema. Dieser Artikel ist schon einige Jahre alt und es war für mich persönlich interessant, wie sich Meinungen ändern können. Engstirnigkeit ist Gott sei Dank ein Zustand, der sich mit Nachdenken, Lebensjahren und Erfahrungen zum Positiven verändern kann.

      Ich finde es toll, dass ihr untereinander mit eurer Geschichte so offen umgeht und euren Kindern schon sehr früh die ganze Problematik erklärt habt.

      Wahrscheinlich war es damals noch gar nicht so einfach auch an Ärzte mit eurem Anliegen heranzutreten. Dass ihr damit nicht in eurem Umkreis „hausieren“ gegangen seid, ist auch mehr als nachvollziehbar.

      Ich denke mir, dass nur Dank eurer absoluten Offenheit innerhalb der Familie – und besonders beachtlich die Haltung deiner Mutter, der Oma der Kinder, sie muss eine sehr starke Frau sein – die ganze Situation so gut bewältigt werden konnte.

      Bewundernswert euer Familienzusammenhalt.

      Danke nochmals, dass du dich gemeldet hast. Schön vor allem einmal einen Beitrag von einem Menschen zu lesen, der WIRKLICH betroffen ist/war.

      Ich wünsche dir und deiner Familie ein wunderbares Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

      Lieben Gruß,
      Petra (Kipet)

    • Hallo Phil, hallo Kipet,

      sehr lange habe ich in Google nach genau diesem Thema gesucht. Der Fall ist fast identisch, nur dass ich noch VOR dieser Entscheidung stehe. Tausend Fragen sind unbeantwortet und die Entscheidung ist verdammt schwer.
      Wäre es möglich, einen persönlichen Kontakt herzustellen und sich über dieses Thema auszutauschen?
      Natürlich anonym wenn gewünscht per mail.

      LG

    • hab die email-adresse vergessen…
      xxxxxx(at)web.de

      (Deine Mail hab ich mir gespeichert und hier gelöscht, LG Kipet)

      • Hallo S.,

        gern können wir uns zu dem Thema austauschen. Ich muss dir aber gleich zu Beginn sagen: ich bin keine Psychologin oder Therapeutin! Geschweige denn Ärztin o.ä. Aber wenn es dir hilft eine Entscheidung zu treffen indem ich dir zuhöre/-lese, tu ich das gern.

        Ob Phil sich meldet, weren wir noch sehen. Ich werde auf jeden Fall versuchen ihn zu kontaktieren, damit ihr euch untereinander austauschen könnt (wenn es euch lieber ist, klinke ich mich natürlich aus eurer Korrespondenz aus). Ich bin mir sicher, er kann dir in dieser Frage viel besser beistehen als ich es jemals könnte!

        Ich melde mich bei dir in den nächsten Tagen via Mail!
        Alles Liebe, Kipet

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