John McClane und Spider-Man im Visier der Wissenschaft

altespicfuerosarotKIPETWarum John McClane eigentlich tot sein sollte und Spider-Man Peter Parker sich nur mehr einarmig durch New York schwingen müsste …

Der Wiener Astrophysiker Heinz Oberhummer unterzog die heroischen Einlagen der Film-Actionhelden John McClane und Spider-Man Peter Parker einer wissenschaftlichen Analyse. Das überraschende Ergebnis: so manche unwirklich anmutende Szene lässt sich durchaus mit den Gesetzten der Physik vereinbaren!

Die Hard – Stirb langsam:
In diesem Sommer starb Bruce Willis als Super-Cop John McClane in „Live Free or Die Hard“ bereits zum vierten Mal beinahe einen actiongeladenen Filmtod. Laut Oberhummer hätte McClane bereits seinen ersten Kampf gegen eine ausgefuchste Diebesbande nicht überleben sollen. In „Die Hard – Stirb langsam„, der Mutter aller „Die Hard“-Filme, stürzt Cop McClane 13 Meter tief in den Fahrstuhlschacht eines Wolkenkratzers, in dem am Weihnachtstag eine Geiselnahme stattfindet. Ein rasches Klammern an einen winzigen Vorsprung rettet McClane das Leben.

Oberhummer: Superaction für den Zuschauer …
… Nonsens für den Physiker, denn nach 13 Metern hat der fallende Cop eine Geschwindigkeit von rund 60 km/h. Würde er in diesem Moment tatsächlich nach einem Vorsprung greifen, müsste McClane eine Kraft von rund einer Million Newton aufwenden um den Absturz zu verhindern. Dies käme, laut Oberhummer, dem Hochheben eines 100 Tonnen schweren Passagierflugzeuges gleich.

Live Free or Die Hard:
Zum Glück überlebt John McClane ganze drei „Die Hard“-Filme. Denn im vierten Teil „Live Free or Die Hard“ springt McClane tapfer von einem Flugzeugflügel auf einen schräg stehenden Brückenpfeiler, rutscht die Fläche entlang um so geschickt seinen Bremsweg zu verlängern. Wäre er auf der ebenen Asphaltfläche gelandet, hätte Willis lediglich einen Bremsweg von 80 Zentimeter zur Verfügung gehabt.

Oberhummers Analyse:
Bei einem Sprung aus rund 5 Metern Höhe würde McClane mit 36 km/h auf die Brücke prallen und der Held müsste auf schräger Ebene mit einer Bremskraft von 920 Newton fertig werden. Kein Problem für den Stuntman oder für Bruce Willis. Auf flachem Asphalt hätten knochenbrecherische 4.600 Newton auf den Cop eingewirkt, eine Bremskraft, die ca. einer Last von einer halben Tonne entspricht.

Spider-Man mit Bremskraftproblemen:
Auch Tobey Maguires größtes Überlebensproblem als Peter Parker in der Comic-Verfilmung Spider-Man ist die Bremskraft. Vor allem in Szenen, in denen der Filmheld von einem Hochhaus fällt und sich mittels aus dem Handgelenk geschleuderten Spinnfäden vor dem sicheren Tod errettet, ist reine Fiktion.

Des Physikers Veto:
Oberhummers Berechnungen sehen aus wie folgt: Nach 80 Metern beträgt Spider-Mans Fallgeschwindigkeit rund 140 km/h. Dank seines Spinnenseils beträgt der Bremsweg ca. 20 Meter, was eine Bremskraft von 2.940 Newton entspricht. Im Mittelalter wurden Menschen mit weniger Kraft gevierteilt. Dabei wirkte auf jedes einzelne Gliedmaß eine Kraft von rund 750 Newton.

Starkes Spinnenseil:
Das Spinnenseil selbst, kommt bei Oberhummers Untersuchungen besser weg. Unabhängig davon ob man ein Spinnenseil produzieren kann, das zweitausend Mal dicker als das einer tatsächlichen Spinne ist, dürften die Kräfteverhältnisse aus physikalischer Sicht im Film richtig umgesetzt worden sein. Ein Faden von nur zwei Millimeter Dicke könne laut Oberhummer rund 350 kg tragen und somit auch Spider-Man problemlos durch New York schwingen lassen.

Oberhummers Resümee:
In vielen Filmszenen steckt ein Körnchen Wahrheit …

Quelle:
Bettina Gartner: „Wenn Wissenschaft ins Kino geht“,
bild der wissenschaft 10/2007, Seite 86

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Kategorien:Forschung, Medienreportagen

5 replies

  1. Interessant, diese Ausführung.
    Kann sie doch einige Hero-Anfällige auf den Boden der Realität bringen?
    Ich denke, dass solche Filme auch eher im Fictionsbereich angesiedelt sein sollen.
    Trotzdem – sehr interessant! Wer weiss so etwas …

  2. Die „DIE HARD“-Filme (bisher 4 an der Zahl) mit Bruce Willis sind in meinen Augen teilweise nichts anderes, als verfilmte Comic-Strips. Somit auch im Genre „Fiction“ angesiedelt, Fiction in Kombination mit knallharter Action. Ein tolles Gemisch, das dem Zuschauer nur Spaß machen kann.

    Die „SPIDER-MAN“-Filme (bisher kamen 3 Spider-Man-Filme in die Kinos) sind reine Fiktion, basierend auf der Marvel Arts (Marvel Knights)-Figur Peter Parker alias Spider-Man – ähnlich Superman und Batman. Die Spider-Man-Filme sind also reine Fiktion gespickt mit ein paar beinahe-Sci-Fi-Elementen.

    Der Astrophysiker Oberhummer ist sicherlich ein Filmfan, der mit seinen Experimenten einfach einmal zeigen wollte, dass Physik nicht nur staubtrockene Materie ist, sondern auch Spaß machen kann.

  3. interessant, diese ausführung!

  4. Was ist Deine critic ueber Le vie la rose???

  5. @ilse: meinst du den neuen film (2007) über edith piaf mit marion cotillard in der hauptrolle?

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