Wenn’s Maunzerle maukt

Katzen machen Freude, Katzen machen Spass. Trotzdem ist das Leben mit einem heißgeliebten Stubentiger nicht immer ein Honiglecken!

Kätzchen, Bild: P. Bukowsky

Mein kleiner Haustyrann

Jeden Morgen werde ich mit einem leisen „Miuuuuu“ geweckt. Ganz zart, ganz fein, niedlich – fast scheint es, als wolle mein Katzenschatz mich sanft aus meinen Träumen wecken. Ein zaghaftes Blinzeln meinerseits in Richtung Wecker bestätigt meine düstere Ahnung: es ist gerade mal ein bisschen was nach vier Uhr Früh. Jetzt gilt nur eines: ja nicht zeigen, dass Kätzchen ihr Ziel erreicht hat und ich halbwegs wach bin, sonst ist es mit der Nachtruhe vorbei. Meine Täuschung klappt: leise entschwindet mein Samtpfötchen wieder ins Wohnzimmer.

Ein Narr der denkt ich könne nun fein weiter schlafen! Wenig später stolziert mein Katzenmädchen wieder zur Schlafzimmertür herein. Diesmal ist ihr „Miuuu“ kein niedlich-fiepsiges Mauken mehr, sondern ein etwas lauteres, bestimmendes „Miu“! Kann ich meinen Fellmops noch einmal austricksen? Nur nicht blinzeln, kein bisschen bewegen, sonst ist meiner kleinen Prinzessin klar, dass ich wach bin und ihr Tag beginnen kann. Noch einmal Glück gehabt, denn mein Kätzchen geht wieder ihrer Wege.

Doch da entreißt mich ein Poltern gnadenlos Morpheus‘ Armen … was hat mein Fellmops jetzt wieder angestellt? Nun weiß mein kluges Tierchen, dass ich wach bin. Ein kurzes Blinzeln ums Eck und sie sieht, dass ich die Augen offen habe. Beschwingten Schrittes, das Schwänzchen freundlich oben am Spitzerl geknickt, werde ich mit einem lauten „Miau“ begrüßt. Ein kurzer Anlauf, ein Sprung aufs Bett, ein weiterer Satz auf meinen Bauch … schnurren, schnurren, mauken! So begrüßt eine brave Katzendame ihr Frauchen. Und noch ein bisschen schmeicheln, damit Frauchen nur ja nicht wieder einschläft … Spätestens da resigniert der wissende Katzenbesitzer und erhebt sich aus dem Bett – wer jetzt nicht spurt, kann vom Weiterschlafen nur träumen!

Startschuss für die große Schmeichelorgie: meine Katzendame plumpst ganz undamenhaft auf den Boden, dreht sich von einer Seite auf die andere, streckt sich und fordert maukend „Bauchikraulen“ ein. Hab ich sie im Wohnzimmer genug verwöhnt, erhebt sich mein Kätzchen um am Teppich im Vorzimmer Runde zwei der gar zu zeitigen Schmusestunde einzuläuten. Hat Madame genug Streicheleinheiten bekommen, wird die Küche angepeilt. Womit wir auch am Ziel der allmorgendlichen Weckzeremonie angelangt sind. Jetzt kriegt Kätzchen ihr Futter – und Frauchen darf wieder brav ins Bett gehen. Gott, der Wecker zeigt gerade mal etwas nach fünf Uhr an …

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Kategorien:Essays

2 replies

  1. du musst dein kätzchen aber sehr lieben … 😉

  2. unwiderruflich, kurz und klar: JA! 🙂

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