Vor 3.500 Jahren existierte im antiken Syrien das Königreich Qatna. Neue Sensationsfunde in den Grabkammern unterhalb der Palastanlage lassen die Fachwelt aufhorchen!
Qatna galt wegen seiner geografischen Lage als Hauptverkehrsknotenpunkt sämtlicher Handelsstraßen im mittelsyrischen Raum. Die Könige waren gewiefte Händler und machten die Stadt, die heute Mischrife heißt, zu einer blühenden, reichen Metropole. Die Geschichte Qatnas endete erst, als der Königspalast um 1.340 v. Chr. von den Hethitern niedergebrannt wurde.
Archäologische Schätze
Qatnas Königspalast soll einer der drittgrößten seiner Zeit gewesen sein. Reiche Funde geben ein beeindruckendes Bild von der reichen Ausstattung des Palastes. Deutsche Wissenschaftler legten erst vor wenigen Jahren ein Grab unter den Räumlichkeiten frei, und Tübinger Archäologen fanden einen Gang, der vom Thronsaal in die Königsgruft führte. Über 2.000 Fundstücke aus Gold, Lapislazuli und Bernstein wurden mittlerweile ausgegraben.
Weitere Grabkammer entdeckt
Nun haben die Tübinger Wissenschaftler ein weiteres Grab unter der Palastanlage entdeckt! Kleiner als das so genannte Königsgrab, ist es nicht weniger beeindruckend ausgestattet: Stein- und Granitgefäße aus Ägypten, Goldschmuck, Alabasterarbeiten und Elfenbeinfiguren wurden darin gefunden. Das wohl schönste Schaustück ist ein goldenes Diadem.
Ausstellung
Für wen diese Grabbeigaben bestimmt waren, bleibt nach wie vor ein Rätsel. Doch ab Oktober werden die beeindruckenden Schaustücke erstmals in Deutschland in der großen Landesausstellung „Schätze des Alten Syriens – Die Entdeckung der Königsreiches Qatna“ in Stuttgart präsentiert.
Informationen zur Ausstellung
Termine:
17.10.2009, täglich bis 14.03.2010
Veranstaltungsort:
Landesmuseum Württemberg Altes Schloss
Schillerplatz 6
D – 70173 Stuttgart
S-Mitte
Stadtteil Rathaus
Telefon: +49 711 89535-111 (Zentrale)
Fax: +49 711 89535-152
Link: www.landesmuseum-stuttgart.de

2 Antworten bis hierher ↓
Wortman // September 22, 2009 um 4:38 |
Bernsteinfunde? Bernstein gibt es doch nur bei uns hier oben im Norden… Da müssen die ja weitreichende Handelsbeziehungen gehabt haben…
kipet // September 23, 2009 um 12:35 |
Ja, genau, es handelt sich bei diesen Bernstein-Kleinodien um Produkte aus dem nordeuropäischen Raum. Die Handelswege und -beziehungen zwischen weit entfernten Ländern waren schon im Altertum (vor allem für die damalige Zeit) sehr gut ausgebaut. Immer wieder ein Umstand, der mir größten Respekt abringt, wenn man bedenkt wie lange man damals unterwegs war …