rosarot

Hogmanay

Januar 5, 2009 · 13 Kommentare

Oder: mit dem Dudelsack ins Neue Jahr!

Wenn Schotten feiern, tun sie es bekanntlich richtig. Während in Wien zu Silvester ein paar Kracher und ein minderprächtiges Feuerwerk die Menschen erfreut, tanzt in Edinburgh der Bär.

Hogmanay
Ich brauchte nicht lange zu überlegen, als man mir freundlicherweise ein paar Airmiles anbot – mein Flug nach Edinburgh war somit gesichert. Ich wollte Hogmanay, das schottische Neujahrsfest, endlich einmal erleben. Vier Tage lang stehen zu Silvester in Britanniens nördlichster Provinz sämtliche größeren Städte unter Strom. So schloss ich mich drei Freunden an und freute mich auf eine Silvesterparty der intensiveren Art. 

Bereits am 29. Dezember ging’s mit den Feierlichkeiten los. 

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Neujahrsmarkt in Edinburgh

Entlang der Princes Street wurde eine Art Silvestermarkt mit Ständen errichtet, an denen man fürs leibliche Wohl – sowohl in flüssiger als auch in lukullischer Form – sorgen konnte. Oft wurde der Mulled Wine angepriesen und probierfreudig wie wir punschverwöhnten Wiener sind, testete ich das Gebräu schon nach einem leisen Schnüffler leicht skeptisch. Und wahrlich, er war einfach nicht trinkbar, dieser Mulled Wine. Also: back to the roots – denn Guinness ist auch in Schottland good for you.

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Winter Wonderland in Edinburgh

Im Winter Wonderland in den Princes Street Gardens konnte man sich dem Eistanz hingeben – oder in manchen Fällen dem „Eislauf-Bauchfleckmarathon“. 

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Torchlight Procession in Edinburgh

Abends zelebrierten Edinburghs Bewohner mit der traditionellen und romantischen Torchlight Procession über die Royal Mile den Beginn des mystischen Jahreswechsels. Schön, wenn sich ein wahrer „Fluss aus Feuer“ durch die mittelalterlichen Gebäude und Gässchen schlängelt. Ein eindrucksvolles Spektakel.

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Edinburgh Castle – ein Platzhalter – den abendlichen Tanz am Grassmarket hat ein Freund fototechnisch festgehalten – folgt!

Am 30. Dezember ging es mit The Dancin’ am mittelalterlichen Grassmarket zu Füßen von Edinburgh Castle weiter. Grassmarket, dereinst Schauplatz blutiger Hinrichtungen und anderen mittelalterlichen Bestrafungsspektakel, mutierte trotz klirrender Minusgrade zum brodelnden Dancefloor. Neben diversen klassischen Tänzen und Showeinlagen, wurden Einheimische und Touristen auch zum Ceilidh, dem traditionellen altschottischen Tanz, aufgefordert. Mitten darunter: vier Wiener, die kräftigst und ausgelassen das Tanzbein schwangen.

Das alles wurde am 31. Dezember von einer Reihe sensationeller Events übertroffen. Zwei Wermutstropfen: (1) für jeden Event benötigte man einen Streetpass, ohne den man die Innenstadt Edinburghs in den Abenstunden nicht mehr betreten konnte. Diese Streetpasses und Eventpasses musste man sich schon vorab besorgen, wobei man auch noch schnell handeln musste, weil diese Pässe schon Wochen im Voraus ausverkauft waren. (2) Die Streetpasses sahen aus wie Club-Med-Mitgliedsbändchen. Wie ein Gentle Member durfte man sich diese Plastikbändchen ums Handgelenk schlingen, nicht gerade meine Vorstellung von Spaß. Aber wenn’s nicht anders geht … was tut man nicht alles für Hogmanay?!

Neben budgetären Drama-Events wie dem Concert in the Gardens, den Glayva Ceilidh in the Gardens, The Hoog, dem Klassikmusik-Event Candlelit Concert in der St. Giles Cathedral und dem Boogie Wonderland gab es auch die 10 GB-Pfund billige Street Party. Selbstredend hatten wir Club-Med-Bänder für letzteres Event, was sich am Ende als die beste Entscheidung überhaupt herausstellte. 

Zuvor erfreuten wir uns an des Briten liebsten Zeitvertreibs, des Schlangestehens. Wir mussten geschlagene eineinhalb Stunden und drei Warteschlangenwindungen lang für unsere Club-Med-Streetpasses anstellen. Wir Mitteleuropäer zählen ja nicht gerade zur geduldigsten Gattung Mensch, doch das Anstellen entpuppte sich letztendlich als doch recht unterhaltsam, weil wir mit den anderen Anstehenden witzige Gespräche führen konnten. Die Schotten erscheinen zwar im ersten Moment als recht mürrische Gesellen, entwickeln sich aber nach einer gewissen Anstelldauer zu herrlich zynischen Spaßvögeln. Etwa Galgenhumor? Egal, die Wartezeit haben wir uns jedenfalls mit einigen Witzchen versüßt. Zudem machten ein paar Passanten das Anstellen zum fröhlichen Event:

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Warteschlange

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Gibt es was Schöneres als Touristen mit einem Dudelsackspieler zu fotografieren?

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Dieser Tage ein häufiges Straßenbild …

Um 21.00 Uhr ging’s dann los: Die Street Party rief uns. Angetan mit unseren feschen Club-Med-Bändchen starteten wir in unser Silvestervergnügen. Hier ein Bierchen geschlürft, weiter des Weges, dort ein Stamperl Whisky terminiert, und wieder ging’s weiter. Dank der klirrenden Kälte war der Alkohol nach zwei Schritten außerhalb der Pubs ins Nirvana verpufft. Antrinken war einfach nicht möglich. Auch gut, wir waren ja zum Feiern hier. 

Die Street Party erwartete uns mit sage und schreibe drei Musikbühnen an strategisch wichtigen Stellen: An der Waverly Stage tummelten sich Fans der aktuellen Musikwelt Schottlands. Glasvegas, Complete Stone Roses, Attic Lights und Broken Records spielten für die frierenden Silvestergänger auf.

An The Mound Stage trieben GreatCalverto, Michelle McManus und Concrete Jungle Collective ihr Unwesen.

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Die Peatbog Faeries heizten uns gehörig ein!

Schottischen Musikflair boten Peatbog Faeries, Moishie’s BagelBurach und Watergaw auf der Scott Monument Stage. Ohne Frage und Zögern – dort hat es uns hin verschlagen. Kurz vor Jahreswechsel hoben Peatbog Faeries von der traumhaften Hebrideninsel Skye zum ultimativen Dudelsackumschlag an und wir wurden mit schottischen Popgesängen ins Neue Jahr geblasen. Es gab kein Halten und kein Zaudern, die Musik riss einfach jeden mit und alles um uns herum tanzte ohne Unterlass. Partypower pur, in seiner reinsten und urigsten Form. Gekrönt wurde das Spektakel mit einem Feuerwerk der Superlative – über dem Edinburgh Castle kreierten die Pyrotechniker eine Show die ihresgleichen sucht.

Wir feierten das Neue Jahr bis in die Puppen. Am 1. Jänner gab es noch etwas für die ganz unerschrockenen Schotten, das wir aufgrund unserer am Vortag eingefangenen Frostbeulen aber sein ließen: The Loony Donk - das kollektive „verkühl-dich-Schwimmen“ -  an der South Queensferry – Verrückte und solche, die es nach diesem Event sicherlich sind, springen weniger oder noch weniger bekleidet ins kühle Nass.

Was wir sonst noch in Edinburgh taten? Hier ein rascher fototechnischer Einblick:

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Vier fesche Schotten im kultigen Outfit.

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Shopping und Lustwandeln auf der Royal Mile.

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Spooky What – Schock für unseren Tischnachbarn!

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Ein bisschen Kultur durfte natürlich auch nicht fehlen – Edinburgh Castle …

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Holyrood Palace – Besuch bei der Queen

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… und weil’s so schön war, nochmals ein Bild von der Königin liebstes Schloss in Schottland.

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Um nach Sterling zu kommen mussten wir von der Waverly Station aus die Bahn nehmen. Hier sieht man die wunderschön gefertigte Decke des Wartesaals in Edinburghs Hauptbahnhof „Waverly Station“.

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Sterling – Straßenbild

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Sterling Castle – mit Traumblick ins Sterlingshire.

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Wohl das Beste an Thai-Essen, das meinen verwöhnten Gaumen jemals erfreuen durfte:

Thai Orchid
5a Johnston Terrace
Edinburgh
UK – EH1 2PW

URL: www.thaiorchid.uk.com 

Kategorien: Fotostrecken · Reisen

13 Antworten bis hierher ↓

  • Sonnenschein // Januar 6, 2009 um 12:09 | Antworten

    toller bericht!
    macht neugierig!

    nur kipet – du hast die heurigen feuerwerke in wien nicht erlebt.
    schrecklich, kann ich nur sagen.
    am kobenzl konnte man nur die ersten beiden feuerwerke sehen, dann war ganz wien vernebelt und gar nichts mehr zu sehen …

    muss schön gewesen sein, deine reise!

  • Nirak // Januar 6, 2009 um 2:59 | Antworten

    Danke für den Bericht ..
    ich werde Ihn heute noch geniessen ;)

  • wortman // Januar 6, 2009 um 8:09 | Antworten

    Super Bericht, tolle Bilder. Da hat man echt Lust, gleich das nächste Fest vor zu buchen :)

    äääh… und wo versteckt sich kipet? ;)

  • kipet // Januar 6, 2009 um 8:16 | Antworten

    @Sonnenschein: Klingt nicht gerade berauschend, das Feuerwerk an Silvester in Wien. Da bin ich froh, dass ich war wo ich war … ;-)

    @Nirak: .. und? Hast Du den Bericht gelesen? :-)

    @Wortman: Danke, danke! Wo ich stecke? Hinter der Kamera mit Finger am Auslöseknopf! :-) Aber keine Angst, einer meiner Freunde hat auch Fotos geschossen, vielleicht bin ich ja da drauf mal zu sehen. Ich kann Dir Hogmanay nur empfehlen und wenn Du wirklich beim nächsten Festl dabei sein willst, würde ich Dir raten Dich spätestens im September online um Tickets zu kümmern – und ums Hotel. Edinburgh ist zu Hogmanay ausgebucht!

  • wortman // Januar 7, 2009 um 5:25 | Antworten

    ich würde mich freuen, dich auch mal drauf zu sehen ;)

    ich glaube nicht, dass ich es 09 schaffen werde, dort hinzufahren.

  • kipet // Januar 10, 2009 um 9:38 | Antworten

    Na ja, dann schaffst Du’s ja vielleicht 2010 … :-)

  • NiRAk // Januar 15, 2009 um 9:21 | Antworten

    Ja, habe ich gelesen – aber es gibt da noch nicht erforschte Links ;)
    Das ist eine Gegend die mich total reizt !!!

    Ich war zu Silvester in Klagenfurt, LG : )

  • kipet // Januar 15, 2009 um 10:01 | Antworten

    Klagenfurt – auch nicht schlecht, oder?

  • NiRAk // Januar 15, 2009 um 10:20 | Antworten

    Na ja Kipet :D

  • Horst // September 28, 2009 um 9:16 | Antworten

    hallo, toller bericht! das hat mich nochmal extra motiviert. :-)
    ich will dieses jahr zum hogmanay nach edinburgh. flug und hotel sind schon gebucht, aber wo kriege ich denn bloß die streetpasses/tickets her?

  • kipet // September 28, 2009 um 9:32 | Antworten

    Hi Horst, willkommen auf meinem Weblog!

    ICH BENEIDE DICH UM DEINE SILVESTERPLÄNE!!!! Und ich bin gerade am Ausknobeln, ob wir das heuer nicht wieder machen werden.

    Die Streetpasses kriegst Du auf der offiziellen HP: Edinburgh’s Hogmanay: http://www.edinburghshogmanay.com/
    Allerdings gibt’s die noch nicht zu kaufen. Wir haben im Vorjahr zirka einen Monat vor Hogmanay die Tickets gebucht. Wenn Du’s ein bisserl früher machst, so Anfang/Mitte November wäre das ganz gut, denke ich.

    Allerdings weiß ich nicht, ab wann man auf dieser HP die Streetpasses buchen kann. Da musst Du leider ab und zu einfach mal hinklicken …

    Wünsche Dir jedenfalls WAHNSINNIG VIEL SPASS (den Du sicher haben wirst)!

    Alles Liebe,
    Kipet

  • Horst // September 28, 2009 um 9:37 | Antworten

    hey, danke für die antwort, das ging ja rasend schnell! auf der homepage war ich sogar schon, ich war nur irritiert, weil da noch überhaupt nichts aktuelles stand, aber da war ich wohl einfach zu ungeduldig :-)
    ich bin sowas von gespannt!

  • kipet // September 28, 2009 um 9:48 | Antworten

    Gern geschehen! ;-)

    Wie gesagt, nicht irritieren lassen, die stellen die Streetpasses relativ kurzfristig online. Und Du kannst beruhigt sein, Du kriegst ziemlich sicher was Du willst. Ist auch gut so, denn ich glaub nicht, dass sie jetzt schon das Line-up für die diversen Stages haben. Wenn wieder die „Peatbog Faeries“ dabei sind kann ich Dir nur eins raten: GEH HIN! Die sind sensationell! Hier ein YouTube-Clip eines Songs der Band – und stell Dir das nun mit dem Hintergrund „Edinburgh Castle und Feuerwerk“ vor – eine Wahnsinnsstimmung!!!! http://www.youtube.com/watch?v=Z_TdfGa8ALQ

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