Afghanische Künstler erfanden die Ölmalerei acht Jahrhunderte vor den Europäern
Bisher galten die Europäer als Erfinder der Ölmalerei, eine Kunst, die im 15. Jahrhundert ihren Siegeszug antrat. Doch die Geschichte muss einmal mehr umgeschrieben werden, denn Forscher fanden in einer Höhle in Afghanistan Reste von Ölmalereien, die Buddhas Leben und Wirken darstellen.
Die Entdeckung
2001 zerstörten die Taliban in der afghanischen Region Bamian zwei Buddhastatuen. Das kulturgeschichtliche Drama birgt jedoch eine archäologische Sensation: die hinter den Statuen liegenden Höhlen sind kunstvoll bemalt. Die Zeichnungen stammen aus dem 5. bis 9. Jahrhundert und gehen somit als älteste Ölmalereien der Welt in die Annalen der Kunstgeschichte ein.

10 Antworten bis hierher ↓
Indiana Jones en miniature ;-) // April 28, 2008 um 11:30 |
Hallo alle zusammen,
ich lese immer wieder gerne Kipets Archäologie-Berichte. Bitte weiter so!
LG Indiana
kipet // April 28, 2008 um 6:32 |
Hallo, willkommen auf meinem Weblog Indiana Jones en miniature!
Und danke für das Lob!
LG kipet
Sonnenschein // April 29, 2008 um 6:18 |
ich selbst komme gerade aus einem urlaub aus usbekistan zurück. stimmt schon, ist nicht afghanistan – aber immerhin ein nachbarland.
es war für mich beeindruckend fest zu stellen, welche kultur es da zu finden und zu erfahren gibt.
und noch etwas.
es war eine wohltat für mich, diese liebreizenden menschen kennen zu lernen.
das für mich beeindruckendste war, hier ein land vorzufinden, in dem ca 88 % der bevölkerung sunnitische muslime, ca 9 % russisch-orthodoxe menschen ein leben in eintracht und respekt anderen religionen gegenüber leben können.
und noch etwas.
in keinem land habe ich bisher erfahren, dass die einheimische bevölkerung so grosses bestreben hat, ihre eigene kultur kennen zu lernen.
eine kultur, deren entstehung schon lange vor christi geburt ihren ursprung hat.
kipet // April 29, 2008 um 11:32 |
Mir machen Reisen in den “Orient” immer großen Spaß. Und selten (bis leider einmal in Istanbul) habe ich dort negative Erfahrungen gemacht. Die Menschen sind freundlich und offenherzig und stolz auf ihre Kultur. Und manchmal erhascht man in den Bazaren noch einen klitzekleinen Hauch von lang vergangenen Abenteuern.
Ich beneide Dich, Sonnenschein, um Deine Reise nach Usbekistan. Vielleicht verschlägt es mich ja auch einmal in diese Ecke!
wortman // Juli 7, 2008 um 1:42 |
es ist nur die frage offen, ob die geschichte auch umgeschrieben wird. manchmal hat man das gefühl, da tun sich die menschen mit schwer…
kipet // Juli 7, 2008 um 1:52 |
das mit dem “geschichte umschreiben” ist immer so eine sache. die thesen, die schon lange gelehrt werden, haben meist eine relativ große fangemeinde. neue theorien brauchen lange, bis sie in der fachwelt akzeptiert werden. da geht es leider auch um verletzten stolz und gekränkte ehre. oft sind die beweise nicht eindeutig, somit bleibt man lieber auf alten wegen stecken, die selbst auch nicht immer eindeutig sind … man erinnere sich nur wieviele gültige und relevante zeiteinteilungen es in der altägyptik es gibt …
wortman // Juli 7, 2008 um 2:14 |
“normale” geschichte umschreiben, da können sich auch die fangemeinden wohl mit vertraut machen. ich denke, am problematischten sind änderungen, die mit der religion zu tun haben. wo doch die katholische kirche erst 1999!! die letzten lehren von galileo als “richtig” anerkannt hat…
kipet // Juli 7, 2008 um 2:47 |
archäologie und religion verträgt sich nicht immer, das stimmt. oder bedenke die geschichte(n) rund um QUMRAN – wie lange schon die katholische kirche die berühmten “rollen vom toten meer” unter verschluss hält und nur sehr, sehr zögerlich für die internationale fachwelt frei gibt …
ich denke, dass die menschheitsgeschichte einem steten wandel unterlegen und noch lange nicht komplett geschrieben ist. archäologie ist eine spannende geschichte, in meinen augen – das letzte abenteuer der menschheit auf erden (bevor wir sagen können: scotty, beam me up!
)
wortman // Juli 7, 2008 um 4:20 |
der vatikan würde alle hebel in bewegung setzen, wenn es darum geht, die religionsgeschichte so zu lassen wie sie ist. da kannst du dir sicher sein.
bei den qumran-rollen wurde doch auch drauf geachtet, dass nur inhalte veröffentlicht wurden, die der bibel entsprechen. dabei weiß doch jeder, die heutige bibel stimmt nicht mit dem ersten original überein. denn es wurde im laufe der jahrhunderte einiges geändert.
wenn man den “kindheitserinnerungen jesu” aus dem thomas-evangelium glauben kann, dann war der knabe jesus nicht gerade ein überaus artiges kind. er war sogar wissentlich böse.
kipet // Juli 9, 2008 um 5:55 |
gerade gestern lief am ORF im rahmen der sendung “kreuz und quer” eine wahnsinnig interessante doku über die erst kürzlich geöffneten archive aus zeit der inquisition. dass die kath. kirche diese archive, die besser geführt wurden, als jene der heutigen geheimdienstorganisationen weltweit, der öffentlich zugänglich gemacht haben, grenzt an ein wunder.
das thema qumran hat mich eine zeit lang extrem beschäftigt. ich habe alles richtiggehend verschlungen, das auch nur ein futzelchen darüber berichtet hat. und auch heute noch komme ich an dem thema einfach nicht “vorbei”!
irgendwie recht beängstigend, wieviel macht die kath. kirche hatte und hat, wenn sie diese dinge der weltbevölkerung gegenüber relativ problemlos über jahrhunderte geheim halten können …