Jetzt wird’s heikel: Ein 72jähriger Brite spendet sein Sperma zur Zeugung seines eigenen Enkelkindes!
Als keine in vitro-Behandlung anschlug, entschied sich ein 72jähriger Brite seinem Sohn und seiner Schwiegertochter auf die Sprünge zu helfen und stimmte zu, der Samenspender für sein eigenes Enkelkind zu werden. Laut BBC wurde das Sperma an der London Women’s Clinic untersucht, in dem das anonym bleiben wollende Paar derzeit behandelt wird.
Ethikkommissionen mischen mit:
Kamal Ahuja, der zweite medizinische Direktor der Klinik, verbrachte Monate mit Diskussionen mit unabhängigen Organisationen und Ethikkommissionen. Würde die künstliche Befruchtung klappen, wäre genetisch gesehen das Baby das Kind des Spenders, also des Opas, und der Halbbruder oder die Halbschwester des Vaters! Ahujas Kollege Peter Bowen-Simkins betonte auf Anfrage, dass ihm ein vergleichbarer Fall noch nie untergekommen sei. Die Schwiegermutter der Frau habe angeblich jedenfalls keine Bedenken.
Wunsch nach Anonymität:
Alle Beteiligten wollen anonym bleiben. Vor allem im Interesse des Kindes ist Anonymität gefragt. Eine Sprecherin der Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA) meint dazu: „Der Ehemann hat keinen Bruder, daher hat er seinen Vater gefragt.“
Rechtlicher Hintergrund:
Eine Genehmigung dieser Entscheidung ist nach der HFEA nicht erforderlich. Samenspenden innerhalb der Familie sind in Großbritannien gesetzlich erlaubt. Der Samenspender verfügt über keine Rechte dem Kind gegenüber. Mit erreichen des 18. Lebensjahres hat jedes in vitro gezeugte Kind das Recht, die Identität des Vaters zu erfahren.
Wie weit gehen Menschen um ihren Wunsch nach Nachwuchs Wirklichkeit werden zu lassen?

6 Antworten bis hierher ↓
Sonnenschein // Oktober 11, 2007 um 8:27 |
Manches Mal habe ich das Gefühl, den Menschen geht es wirklich viel zu gut.
Womit beschäftigt sich Mann/Frau?
Wo beginnt Ethik, Moral und Verantwortung, wo hört sie auf?
Denkt manch einer daran, dass es vielleicht von einer höheren Institution eben nicht vorgesehen ist, sich ohne bedenken zu vervielfältigen?
kipet // Oktober 11, 2007 um 9:40 |
es ist sicherlich nicht einfach, wenn ein kinderwusch nicht erfüllt wird. aber ich verstehe auswüchse wie eben diesen des opas, der papa des kindes seines sohnes werden will, partout nicht. auch diese endlosen in vitro-versuche sind mir ein rätsel. es gibt so viele kinder in kinderheimen, die auf ein zuhause warten und froh wären, adoptiert zu werden …
cora // Oktober 14, 2007 um 2:00 |
Ich weiß nicht, ob ich als Oma des zukünftigen Enkels froh darüber wäre, wenn ich wüßte, dass mein Mann (sprich der Opa) Vater meines Enkels ist. Irgendwie total inzestuös, nicht?
kipet // Oktober 14, 2007 um 2:17 |
man stelle sich mal vor: was sagt man dem kind wenn es sich über seine entstehungsgeschichte informiert? ist das nicht schlimm fürs kind? die vorstellung mein opa wäre mein vater … irgendwie … ich drück’s mal vorsichtig mit „seltsam“ aus.
xxx // November 26, 2007 um 1:53 |
solche aussagen können wirklich nur menschen machen, die kein problem mit ihrer fortpflanzung haben! was ist schlimm daran, wenn sich ein paar, das keine kinder aufgrund des mannes haben kann, sich in der familie des mannes umschaut? ist es verwerflich, dass sich die frau wenigstens einen teil des mannes in ihrem künftigen kind wünscht? ist es nicht mehr, ein vater zu sein, als das sperma zu geben, damit ein menschliches wesen entstehen kann?
kipet // November 27, 2007 um 11:12 |
Es tut mir aus tiefstem Herzen leid, xxx, wenn ich Ihnen mit meinem Artikel zu nahe getreten bin, was sicherlich nicht in meiner Absicht lag. Die Antworten meiner Leser sind persönliche Ansichten zu einem höchstpersönlichen Thema, die jeder Mensch frei äußern darf und soll.
Für mich persönlich, die ich keine Kinder habe, kommt eine in-vitro-Fertilisation nicht in Frage. Trotzdem kann ich es durchaus nachvollziehen, sollte ein Kinderwunsch unerfüllt bleiben, dass man alle Hebel der Welt in Bewegung setzt um sich den Traum von einer eigenen Familie zu erfüllen. Läge das Zeugungsproblem beim Mann, wäre wahrscheinlich auch mein erster Gedanke, mich in der Familie des Mannes nach einem geeigneten Samenspender umzusehen – ein Bruder, ein Cousin. Auch die Samenspende eines Unbekannten käme vielleicht in Betracht.
Bei diesem Fall aus UK geht es jedoch darum, dass der Großvater als Samenspender zur Zeugung seines eigenen Enkelkindes fungiert. Die Frage, die sich mir unweigerlich stellt: wie wird das Kind reagieren, wenn es erfährt, dass der Opa sein (biologischer) Vater ist? Ich denke nicht, dass ein Kind – und würde es ihm auch noch so vorsichtig und einfühlsam erklärt werden – diesen Teil seiner Existenzgeschichte so leicht verarbeiten kann.
Abschließend stimme ich Ihnen hundert Prozent zu wenn Sie sagen, dass man nicht der biologische Erzeuger sein muss, um ein guter Vater zu sein/werden.
Lieben Gruß,
kipet