Österreichs Manager rangieren in einem internationalen Netto-Gehaltsvergleich abgeschlagen hinter ihren Kollegen aus den Schwellenländern.
Was hat ein Manager im Börserl?
Der “World Pay Report“, eine Studie der international agierenden Management-Beratung Hay Group, offenbart: Westeuropas Manager verdienen weniger als ihre Kollegen in Wachstumsmärkten und Schwellenländern wie Russland, der Türkei, Mexiko und der Ukraine (Ränge 4 bis 7). Topgehälter können Manager in ölreichen und steuerfreien Staaten wie Saudi Arabien (Rang 1) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (Rang 2) verdienen. Einzig Spanien, die Schweiz, Deutschland und Irland gelangen als westeuropäische Länder unter die Top-20. (Klicken Sie hier für die Tabelle mit den Ranking-Ergebnissen).
Österreichs Manager auf Platz 23:
Österreichs Manager streifen durchschnittlich 112.906 US-Dollar Salär jährlich ein und nehmen somit Platz 23 im Hay Group World Pay Report ein. Andreas Schmelzer und Patrick Gutmann, Senior Consultants des Reward Information Services von Hay Group Deutschland, erklären Österreichs Abschneiden in der Manager-Gehaltspyramide folgendermaßen: „In Österreich lässt sich der vorhandene Unterschied zu Deutschland vor allem aufgrund der Kollektivvertragsstrukturen auf sämtlichen Ebenen finden.“
Das gute Ergebnis der Schwellenländer:
Schwellenländer, vor allem mittel- und osteuropäische Staaten, prägen die neue Gehaltslandschaft signifikant. Patrick Gutmann jedoch meint, dass sich die Gehaltsstrukturen in diesen Ländern – aufgrund der Nachfrage an erfahrenen Führungskräften und steigender Mobilitätsbereitschaft – auf diesem Niveau einpendeln werden.
China und Indien:
Chinas rapides Wirtschaftswachstum und sein entsprechend hohes Kaufkraftvolumen spiegelt sich mit Rang 14 im internationalen Vergleich wider. Indien, das sich ähnlich rasant entwickelt, rangiert im Hay Group World Pay Report hingegen lediglich auf Rang 36. Die Wirtschaft des Subkontinents profitiert von seinen gut ausgebildeten Fachkräften, das lokale Gehaltsniveau unterliegt somit keinem internationalen Wettbewerb. Doch auch hier steigen die Managergehälter zwischen 15-20 % jährlich.
Die Methode:
Der Hay Group World Pay Report basiert auf dem Vergütungsniveau des Managements der Hay Group. Das Hay Group PayNet liefert eine weltweit relevante Datenbasis und ermöglicht einen Vergleich über die Landesgrenzen hinweg. Die Bruttogehälter aus 47 Ländern wurde mit Quotienten für Lebenshaltungskosten, Steuern und Sozialversicherung gegenüber gestellt, und somit die reale Kaufkraft der Manager errechnet.
Steve Marsden, Global Director of Reward Information Services bei Hay Group und Leiter der Studie, erklärt das Ergebnis folgendermaßen: „Das anhaltende Wachstum der aufstrebenden Wirtschaftsnationen erzeugt eine beispiellose Nachfrage nach Führungskräften. Die daraus resultierende Knappheit an verfügbaren, qualifizierten Managern, gepaart mit den hohen variablen Gehaltsbestandteilen und Nebenleistungen, die in diesen Märkten üblich sind, führen zu einem drastischen Anstieg der Managergehälter.“
Pressestimmen zum Thema:
Artikel vom 25.07.2007, 22:48 | KURIER | Margaretha Kopeinig
Kurier (Auszug): Die Gehälter von Top-Managern sind in der EU ein Dauerbrenner. In einer Financial-Times-Umfrage fordert die große Mehrheit der EU-Bürger, die Bezüge der Firmenbosse gesetzlich zu beschränken. Luxemburgs christdemokratischer Premier Juncker prangerte kürzlich ebenfalls die großen Einkommensunterschiede zwischen Spitzen-Managern und Arbeitnehmern an. Was sagen Sie als Sozialdemokrat dazu?
Gusenbauer: Diese Kritik ist absolut berechtigt. Der Sinn der Marktwirtschaft ist nicht, jede Form der Ungerechtigkeit zu legitimieren. Der Punkt ist, dass es eine Gleichzeitigkeit explodierender Spitzengehältern bei gleichzeitigem Absinken der Lohnquote gibt. Menschen, die dafür sorgen, dass Unternehmen profitabel sind, haben nichts davon. Das ist ein Umstand, der nicht aufrechtzuerhalten ist. Mit Gesetzen wird man das aber nicht ändern können. Hier muss man auch die Verantwortung der Shareholder einfordern. Den Aktionären muss klar sein, dass sie sich nichts Gutes tun, wenn diejenigen, die arbeiten, wenig vom wirtschaftlichen Erfolg haben und jene an der Spitze astronomische Bezüge bekommen.
Kurier: Das sind moralische und soziale Appelle. Kann man auf EU-Ebene etwas tun?
Gusenbauer: Es geht um die wirtschaftliche Funktionalität. Die Differenzen bei den Einkommen sind für die Hygiene in einem Unternehmen nicht gut. In den vergangen Jahren hat es eine Explosion der Unterschiede gegeben.
Weiterführende Links:
Schwellenland, Definition: http://de.wikipedia.org/wiki/Schwellenland
Hay Group: http://www.haygroup.com
http://www.haygroup.com/de/Media/index.asp

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